Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

aktueller Austausch vor dem Posten ruhig mal die SUCHE benutzen!

Moderatoren: tce, gvz, jany, Staff

Antworten
Benutzeravatar
Pholgix
Moderator
Beiträge: 2104
Registriert: 13.02.2007, 18:51
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Carafalia
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Pholgix » 06.06.2019, 22:38

Hallo,

ich habe einen neuen JX Teilkomplett Motor verbaut und gleichzeitig einen Öldruckmesser von VDO. Nach dem ersten Mal anwerfen und warm laufen meinte ein Kumpel, dass mein Öldruck recht niedrig sei, er hatte bei seinem JX damals im warmen Zustand (10W40) immer über 2 bar, auch im Standgas. Hab mich dann auf die Suche nach Erfahrungswerten im Netz gemacht und bin nicht wirklich schlau geworden.
Anscheinend hätten die 827er Blöcke immer ähnliche Öldrücke, was aus meiner Sicht aber nicht ganz stimmen kann, weil ja die Pumpe beim JX mindestens mal den Turbo zusätzlich versorgen muss. Das bedeutet Druckverlust.

Der Lieferanten Meyer Motoren (bin sehr zufrieden bis jetzt!) meinte dann: bei den JX Motoren rechne man mit ca. 1 bar pro 1000 U/min, im Stand & warm sollte er nicht unter 1 bar gehen. Er meinte auch, mein Motor war ja auf dem Prüfstand und der wäre gar nicht raus, wenn die Werte nicht gestimmt hätten. Ölpumpe etc. sei neu oder erneuert.

Im RLF Dieslemotor findet man unter 17-11:
Messung am Zylinderkopf
"Öl-Überdruck bei 2000 U/min und 80°C Öltemperatur für JX und KY min. 1,1 bar" (beim CS sollen es min. 2 bar sein)
Ich werde den VDO Sensor also demnächst mal umschrauben an den Zylinderkopf.

Und hier meine Messwerte:

Umgebungsbedingungen:
- Motor komplett neu
- Druckmessung mit T-Stück am Ölfilterflansch (beim 0.9bar geber)
- Ölkühler Busschmiede
- Castrol 5W40
- Turbolader hat wenige tkm runter und keinen Ölverlust

Ich hab die VDO Anzeigen Druck und Temperatur jeweils abfotografiert und versucht das halbwegs genau als Kommazahl abzulesen:

Drehzahl T=60°C T= 80°C T=90°C T=95°C
780 3.0 bar 1.2 bar 1.0 bar 1.0 bar
2000 #NV #NV 2.3 bar 2.0 bar
2200 4.0 bar 2.7 bar #NV #NV
2900 4.0 bar 3.5 bar #NV #NV
3000 #NV #NV 3.5 bar 3.2 bar
3800 #NV #NV #NV 3.4 bar
Im kalten Zustand habe ich meist ca. 4.5 bar
Bei 110°C neulich am Pass ist er danach auf ca. 0.9 bar im LL runter. Am Kopf waren es wohl aber trotzdem noch über 0.3 bar, sonst wäre ja die Warnleuchte an.

Was meint ihr? Ist das bei euch ähnlich?
Gruss Holger
Bild

Mein Westfaliaumbau: http://www.bulliforum.com/viewtopic.php?t=15315
Rostentfernung-Thread: bulliforum.com/viewtopic.php?f=1&t=96971&p=788707#p788707

Benutzeravatar
TottiP
Harte Nuss
Beiträge: 9701
Registriert: 11.09.2008, 20:20
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Totti Spezial
Leistung: genug
Motorkennbuchstabe: ???
Anzahl der Busse: 3
Wohnort: Landkreis PAF
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von TottiP » 06.06.2019, 22:53

5W40 ist ja schon mal sehr dünn wenn man bedenkt, dass der Motor mit 15W konstruiert wurde.
Aber selbst dafür sind das ganz normale Druckwerte, die Du gemessen hast.
Gruß, Totti
Tell me and I forget. Teach me and I remember. Involve me and I learn

http://www.bulli-totti.de Bild

Ich reagiere auf PN´s nur noch wenn eine Rufnummer angegeben wird!
:g5

Benutzeravatar
Pholgix
Moderator
Beiträge: 2104
Registriert: 13.02.2007, 18:51
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Carafalia
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Pholgix » 07.06.2019, 00:58

Hi Totti,
danke Dir.
5W40 ist ja schon mal sehr dünn wenn man bedenkt, dass der Motor mit 15W konstruiert wurde.
Ja aber nur im kalten Zustand. 5W ist die Kaltviskosität, heisst im kalten Zustand fliessfähiger. Bei 90°C ist die Viskosität identisch.

Ich vermute mit 10W oder 15W wäre der Öldruck kalt bei 5 Bar (Druckbegrenzer) statt nur bei 4.5 Bar.
Gruss Holger
Bild

Mein Westfaliaumbau: http://www.bulliforum.com/viewtopic.php?t=15315
Rostentfernung-Thread: bulliforum.com/viewtopic.php?f=1&t=96971&p=788707#p788707

Max Power
Harter Kern
Beiträge: 1292
Registriert: 31.01.2013, 12:46
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Multivan JX/Doka 1Y
Leistung: 70/64
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: Oberlausitz

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Max Power » 07.06.2019, 07:09

Hallo,
Pholgix hat geschrieben:Bei 90°C ist die Viskosität identisch.
Dem wiederspricht, dass bei ausgelutschten Motoren, die mit 5er oder 10er Öl betrieben werden und bei denen im heissen Zustand der Ölsummer kommt, ein Wechsel auf 15W40 hilfreich ist. Meine Erfahrung. Irgendwie muss das dicke Öl wohl auch im heissen Zustand zäher sein.

Kannste ja mal nach dem nächsten Ölwechsel messen. Deine jetzigen Werte sind auf jeden Fall gut. :g5

Gruss, Max

Benutzeravatar
TottiP
Harte Nuss
Beiträge: 9701
Registriert: 11.09.2008, 20:20
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Totti Spezial
Leistung: genug
Motorkennbuchstabe: ???
Anzahl der Busse: 3
Wohnort: Landkreis PAF
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von TottiP » 07.06.2019, 08:46

Pholgix hat geschrieben:Hi Totti,
danke Dir.
5W40 ist ja schon mal sehr dünn wenn man bedenkt, dass der Motor mit 15W konstruiert wurde.
Ja aber nur im kalten Zustand. 5W ist die Kaltviskosität, heisst im kalten Zustand fliessfähiger. Bei 90°C ist die Viskosität identisch.

Ich vermute mit 10W oder 15W wäre der Öldruck kalt bei 5 Bar (Druckbegrenzer) statt nur bei 4.5 Bar.
Hier mal ein kleiner Auszug von TOTAL:
Viskosität wird üblicherweise mit den Zahlen vor und nach dem „W“ angegeben (zum Beispiel 5W-40). Die Zahl vor dem „W“ gibt an wie zähflüssig das Öl bei einer Temperatur von -17,8 Grad Celsius ist. Das „W“ steht für Winter, nicht für das Gewicht, wovon viele Menschen überzeugt sind. Je niedriger die Zahl ist, desto dünner ist das Öl bei niedrigen Temperaturen. So kommt es, das 5W-30 Motoröl weniger zähflüssig ist bei kalten Temperaturen als 10W-30 Motoröl. Ein Motor in kalten Klimaverhältnissen benötigt ein Motoröl wie zum Beispiel ein 0W oder 5 W Motoröl. Hingegen ein Fahrzeug in Death Valley würde ein Motoröl mit höheren Zahlen vor dem W benötigen um das Öl davon abzuhalten zu dünn zu werden.

Die zweite Nummer hinter dem W gibt die Ölviskosität des Öls gemessen bei 100 Grad Celsius an. Diese Zahl repräsentiert die Widerstandsfähigkeit des Öls bei hohen Temperaturen. Zum Beispiel 10W-30 Öl wird sehr dünn bei höheren Temperaturen im Vergleich zu 10W-40.

Monograde Öle, wie zum Beispiel SAE 30, 40 oder 50 werde nicht mehr in modernen Fahrzeugen eingesetzt, jedoch werden diese Öle für ältere oder antike Fahrzeuge noch immer eingesetzt. SAE 30 wird oftmals für kleine luftgekühlte Motoren, wie zum Beispiel Rasenmähern, kleinen Traktoren oder mobile Generaten eingesetzt.

Quelle: https://www.total.co.at/expertenecke/oe ... iskositaet


Und nun weiter im Öl-Threat :bumsfreunde
Gruß, Totti
Tell me and I forget. Teach me and I remember. Involve me and I learn

http://www.bulli-totti.de Bild

Ich reagiere auf PN´s nur noch wenn eine Rufnummer angegeben wird!
:g5

Benutzeravatar
BennoR
Harter Kern
Beiträge: 2238
Registriert: 16.11.2011, 21:26
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Vanagon California
Leistung: 83 PS
Motorkennbuchstabe: DH
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: "WS"

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von BennoR » 07.06.2019, 08:52

Servus

dank des ölkühlers kannst du etwas tiefer gehen als normal
dennoch ist ein 5W unangebracht, weiter gehe ich nicht darauf ein, da muss sich jeder selbst finden oder den vw vorgabwm vertrauen

deine Werte bei 80 Grad sind bei dem verwendeten Öl gut. Alles ok :)

maalik
Stammposter
Beiträge: 316
Registriert: 26.05.2017, 18:11
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Wohnmobil
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von maalik » 07.06.2019, 09:28

Moin,

mein nagelneuer JX hat genau die gleichen Werte. Kalt im Standgas 4.5 Bar, bei Drehzahl >5 Bar.

Warm, bei 80°C im Standgas 1.1 Bar, 2000 U/min: 2,2 Bar, 3200 U/Min: 3.1 Bar.

Habe ebenfalls einen Ölkühler verbaut, 25-reihig. Werte sind also alle astrein.

Benutzeravatar
CS_Raser
Poster
Beiträge: 69
Registriert: 16.01.2017, 02:59
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Köhler Surfline
Leistung: 50 PS
Motorkennbuchstabe: CS
Anzahl der Busse: 2
Wohnort: Köln

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von CS_Raser » 07.06.2019, 10:59

In dem von TottiP verlinkten Artikel steht doch genau das was Pholgix sagte... :kp

Hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht zu dokumentieren, wie diese Werte beim CS sind?
Und wie groß ist der Unterschied, wenn der Geber am Kopf montiert ist?
Gute Fahrt
CS_Raser

Bild

83'er CS
50 PS
1600D
oje oje

Benutzeravatar
neujoker
Antik-Inventar
Beiträge: 18904
Registriert: 05.10.2004, 23:15
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: 2WD Atlantic; 4WD MV
Leistung: 70 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 2
Wohnort: BA

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von neujoker » 07.06.2019, 11:08

Zu den Öl-Viskositätsbezeichnungen:
Das W besagt nur, dass für das Öl mit der Viskositätsklasse, nach der es steht, sowohl die Pumpgrenze (low temp pumping) wie die Kaltstartgrenze (low temp cranking) den Spezifikationswerten laut ASTM D 4684 und D5293 entsprechen (SAE J300). Sonst werden Motoröle nur nach der kinematischen Viskosität bei 100°C spezifiziert (ASTM D 445).
Desweitern sind noch Werte für die Viskosität bei hoher Scherung und hoher Temperatur von 150°C spezifiziert, was nicht für die Viskositätsklassen mit W gilt. Dabei zeigt ich auch, dass z.B. ein 10W-40 bei hohen Temperaturen nicht einem 15W-40 entspricht sondern weniger optimale Eigenschaften hat.
Einen Auszug aus SAE J300 als Tabelle findet man da: https://www.widman.biz/English/Tables/J300.html

Die Viskositätsklasse alleine sagt jedoch nichts über die Leistungsfähigkeit eines Schmieröles aus.

Und schaut drauf: Öle mit der ACEA-Klassifikation A5 für Benziner und B5 für Diesel haben in der Motorengeneration des T3 nichts zu suchen. Die sind nur für Motoren, die eigens dafür entwickelt wurden.

Am Kopf wird der Druck nach dem Passieren der Ölkanäle mit ihrem Druckverlust durch Strömungswiderstand gemessen. Am Ölfilter der Druck nach der Ölpumpe. Deshalb ist am Kopf auch der Geber mit dem niedrigeren Schaltpunkt.
Und für einen Vergleich CS - JX/KY braucht man nur in den Reparaturleitfaden sehen. VW gibt da für 2000 U/min als Grenzwert 2,0 bar und 1,1 bar bei 80° Öltemperatur an.
Ich wünsche allen unfall- und störungsfreie Fahrt mit dem VW-Bus
Joachim
Wann lernen Nutzer zu ihren Fragen auch vernünftige Angaben zu machen? :roll:
Irren ist menschlich; ich antworte nicht mehr auf PN, also nix mit Privatberatung, fragt im Forum

maalik
Stammposter
Beiträge: 316
Registriert: 26.05.2017, 18:11
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Wohnmobil
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von maalik » 07.06.2019, 12:00

neujoker hat geschrieben: Und für einen Vergleich CS - JX/KY braucht man nur in den Reparaturleitfaden sehen. VW gibt da für 2000 U/min als Grenzwert 2,0 bar und 1,1 bar bei 80° Öltemperatur an.
Moin Joachim,

woraus resultiert, dass CS und JX 2,0 Bar haben und der KY 1,1? Ich dachte immer, dass der JX einen niedrigeren Öldruck aufgrund des Turbo hat, insofern wäre die Kombi

Code: Alles auswählen

CS/KY: 2,0 Bar
JX: 1,1 Bar
für mich nachvollziehbarer. Oder hab ich einen Denkfehler?

Benutzeravatar
Pholgix
Moderator
Beiträge: 2104
Registriert: 13.02.2007, 18:51
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Carafalia
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Pholgix » 07.06.2019, 18:57

Btw in meinem steht was anderes :
Im RLF Dieslemotor findet man unter 17-11:
Messung am Zylinderkopf
"Öl-Überdruck bei 2000 U/min und 80°C Öltemperatur für JX und KY min. 1,1 bar" (beim CS sollen es min. 2 bar sein)
Ich habe in meinem Motor nach 226 000 km nur noch qualitativ hochwertiges 5 W 40 in den korrekten Intervallen verwendet. Jetzt hatte er 336000 als ich ihn ausgebaut habe und da lief er noch ziemlich gut. Beim zerlegen sind mir keine großen Abnutzungserscheinungen aufgefallen. Bis auf die Risse im Zylinderkopf. Ich habe auch noch nie den ölsummer gehört, geschweige denn die Leuchte gesehen. Warum wer welches Öl verwendet ist eine leidige Diskussion... :mrgreen: soll jeder machen wie er denkt.

Jedenfalls bin ich beruhigt, dass sich meine Werte offensichtlich mit denen von euch decken! Besten Dank :bier
Gruss Holger
Bild

Mein Westfaliaumbau: http://www.bulliforum.com/viewtopic.php?t=15315
Rostentfernung-Thread: bulliforum.com/viewtopic.php?f=1&t=96971&p=788707#p788707

Benutzeravatar
RetroLogic
Poster
Beiträge: 114
Registriert: 23.06.2016, 10:35
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Futura Multivan
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von RetroLogic » 07.06.2019, 20:52

Pholgix hat geschrieben: Drehzahl T=60°C T= 80°C T=90°C T=95°C
780 3.0 bar 1.2 bar 1.0 bar 1.0 bar
2000 #NV #NV 2.3 bar 2.0 bar
2200 4.0 bar 2.7 bar #NV #NV
2900 4.0 bar 3.5 bar #NV #NV
3000 #NV #NV 3.5 bar 3.2 bar
3800 #NV #NV #NV 3.4 bar
Die mir bekannten Ölfilter für den JX haben ein Umgehungsventil das bei 2,5bar öffnet. Das bedeutet laut deiner Tabelle, dass du nicht nur in der kritischen Kaltlaufphase mit Druck über 2,5bar und daher ohne Ölfilterung fährst, sondern auch im Dauerbetrieb noch bei 95 Grad und mindestens 3000 Umdrehungen pro Minute.
Pholgix hat geschrieben: Bei 110°C neulich am Pass ist er danach auf ca. 0.9 bar im LL runter. Am Kopf waren es wohl aber trotzdem noch über 0.3 bar, sonst wäre ja die Warnleuchte an.
Die Ötemperatur habe ich aus Neugier über längere Zeit mit 3 Gebern, einer VDO Anzeige und Umschalter gemessen. Die Messpunkte waren Ölwanne, Ölfilter und Zylinderkopf. Das Resultat war, dass ich nach langer Autobahnfahrt über etwa 50 - 100km bei 110 km/h in der Wanne 115 Grad hatte, am Filter etwa 95 Grad und oben am Kopf 105 Grad. In kritischen Situationen wie mehreren längeren Berggeraden auf der Autobahn oder einem steilen Pass ging das Öl in der Wanne für kurze Zeit auf über 120 Grad, am Kopf auf 110 Grad und am Filter auf 100 Grad. Aufgefallen sind mir hier die 10-Grad Schritte die das Öl immer von Punkt zu Punkt gemacht hat. Am wärmsten war es in jeder Situation in der Wanne, weshalb ich bei 120 Grad in der Wanne vom Gas gehe. Den Öldruck messe ich am Zylinderkopf. Dort hat er warm maximal 2,5bar und im Leerlauf ein Minimum von 0,5bar. Ich fahre einen Multivan mit Futura Aufstelldach, Gesamtgewicht ca 1.8T, der Motor ist ein Instandgesetzter mit derzeit 35.000km, ich habe keinen nachgerüsteten Ölkühler.
Pholgix hat geschrieben: Castrol 5W40
Welches denn genau?

Benutzeravatar
Alexander
Harter Kern
Beiträge: 1729
Registriert: 09.02.2016, 21:10
Modell: T3 Syncro
Aufbauart/Ausstattung: Multivan/Kombis/Doka
Anzahl der Busse: 4
Wohnort: Wuppertal
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Alexander » 07.06.2019, 21:26

RetroLogic hat geschrieben:Die mir bekannten Ölfilter für den JX haben ein Umgehungsventil das bei 2,5bar öffnet. Das bedeutet laut deiner Tabelle, dass du nicht nur in der kritischen Kaltlaufphase mit Druck über 2,5bar und daher ohne Ölfilterung fährst, sondern auch im Dauerbetrieb noch bei 95 Grad und mindestens 3000 Umdrehungen pro Minute.
Dabei geht es aber um den Differenzdruck im Ölfilter zwischen vor und nach dem Filtermedium.
Den absoluten Druck kann das Ventil im Filter doch gar nicht messen.
Viele Grüße,
Alexander

Benutzeravatar
CS_Raser
Poster
Beiträge: 69
Registriert: 16.01.2017, 02:59
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Köhler Surfline
Leistung: 50 PS
Motorkennbuchstabe: CS
Anzahl der Busse: 2
Wohnort: Köln

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von CS_Raser » 07.06.2019, 21:53

maalik hat geschrieben:
neujoker hat geschrieben: Und für einen Vergleich CS - JX/KY braucht man nur in den Reparaturleitfaden sehen. VW gibt da für 2000 U/min als Grenzwert 2,0 bar und 1,1 bar bei 80° Öltemperatur an.
Moin Joachim,

woraus resultiert, dass CS und JX 2,0 Bar haben und der KY 1,1? Ich dachte immer, dass der JX einen niedrigeren Öldruck aufgrund des Turbo hat, insofern wäre die Kombi

Code: Alles auswählen

CS/KY: 2,0 Bar
JX: 1,1 Bar
für mich nachvollziehbarer. Oder hab ich einen Denkfehler?
Das liegt wohl weniger am Turbo, als an den Düsen für die Kolbenbodenkühlung, die es beim CS nicht gibt. Ergo CS 2,0 , JX und KY 1,1 Bar.
Gute Fahrt
CS_Raser

Bild

83'er CS
50 PS
1600D
oje oje

Benutzeravatar
RetroLogic
Poster
Beiträge: 114
Registriert: 23.06.2016, 10:35
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Futura Multivan
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von RetroLogic » 07.06.2019, 23:25

Alexander hat geschrieben:
RetroLogic hat geschrieben:Die mir bekannten Ölfilter für den JX haben ein Umgehungsventil das bei 2,5bar öffnet. Das bedeutet laut deiner Tabelle, dass du nicht nur in der kritischen Kaltlaufphase mit Druck über 2,5bar und daher ohne Ölfilterung fährst, sondern auch im Dauerbetrieb noch bei 95 Grad und mindestens 3000 Umdrehungen pro Minute.
Dabei geht es aber um den Differenzdruck im Ölfilter zwischen vor und nach dem Filtermedium.
Den absoluten Druck kann das Ventil im Filter doch gar nicht messen.
Das stimmt natürlich. Da das Umgehungsventil über den Druck innerhalb des Filters betätigt wird kann man am angezeigten Druck nicht erkennen ob das Umgehungsventil offen steht. Diese Unsicherheit bezüglich des Betriebszustandes des Umgehungsventils macht es allerdings auch nicht besser.

Benutzeravatar
TottiP
Harte Nuss
Beiträge: 9701
Registriert: 11.09.2008, 20:20
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Totti Spezial
Leistung: genug
Motorkennbuchstabe: ???
Anzahl der Busse: 3
Wohnort: Landkreis PAF
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von TottiP » 08.06.2019, 07:51

Was nicht besser? :gr

Das besagte Ventil wird erst betätigt, wenn das Öl mit 2,5bar beaufschlagt werden müsste, um das Filterelement zu passieren. Ist der Filter durchgängig, verhält sich der Ölfilter im Ölkreislauf wie eine einfache Leitung, er bietet kaum Widerstand und die angenommenen 4bar am Eingang kommen am Ausgang an.
Erst bei einem verstopften Filter wird der Widerstand größer.
Gruß, Totti
Tell me and I forget. Teach me and I remember. Involve me and I learn

http://www.bulli-totti.de Bild

Ich reagiere auf PN´s nur noch wenn eine Rufnummer angegeben wird!
:g5

Benutzeravatar
Alexander
Harter Kern
Beiträge: 1729
Registriert: 09.02.2016, 21:10
Modell: T3 Syncro
Aufbauart/Ausstattung: Multivan/Kombis/Doka
Anzahl der Busse: 4
Wohnort: Wuppertal
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Alexander » 08.06.2019, 09:03

TottiP hat geschrieben:Das besagte Ventil wird erst betätigt, wenn das Öl mit 2,5bar beaufschlagt werden müsste, um das Filterelement zu passieren. Ist der Filter durchgängig, verhält sich der Ölfilter im Ölkreislauf wie eine einfache Leitung, er bietet kaum Widerstand und die angenommenen 4bar am Eingang kommen am Ausgang an.
Erst bei einem verstopften Filter wird der Widerstand größer.
Oder wenn das Öl noch sehr kalt und dickflüssig ist.
Dann paßt nicht genug Öl durch das Filtermedium und der Bypass geht auf. Wenn das Öl dann dünner wird, geht er wieder zu.
Viele Grüße,
Alexander

Benutzeravatar
neujoker
Antik-Inventar
Beiträge: 18904
Registriert: 05.10.2004, 23:15
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: 2WD Atlantic; 4WD MV
Leistung: 70 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 2
Wohnort: BA

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von neujoker » 08.06.2019, 09:25

maalik hat geschrieben:
neujoker hat geschrieben: Und für einen Vergleich CS - JX/KY braucht man nur in den Reparaturleitfaden sehen. VW gibt da für 2000 U/min als Grenzwert 2,0 bar und 1,1 bar bei 80° Öltemperatur an.
Moin Joachim,

woraus resultiert, dass CS und JX 2,0 Bar haben und der KY 1,1? Ich dachte immer, dass der JX einen niedrigeren Öldruck aufgrund des Turbo hat, insofern wäre die Kombi

Code: Alles auswählen

CS/KY: 2,0 Bar
JX: 1,1 Bar
für mich nachvollziehbarer. Oder hab ich einen Denkfehler?
Der Unterschied zwischen CS und JX bzw. KY (deshalb JX/KY) kommt im Wesentlichen von der Kolbenbodenkühlung durch Motoröl über Spritzdüsen , die JX und KY haben und der CS nicht. Die Leitung zum Turbo tut im JX nur noch etwas dazu beitragen. Die Spritzdüsen für die Kolbenbodenkühlung öffnen übrigens erst bei einem Öldruck von größer 1 bar an der Düse (nach einer handschriftlichen Eintragung im Selbststudienprogramm "Die Turbodiesel" 1,5 bar) .

Edit:
Uups: den Beitrag von CS_Raser habe ich übersehen, der schon im Wesentlichen das gleiche aussagt.
Ich wünsche allen unfall- und störungsfreie Fahrt mit dem VW-Bus
Joachim
Wann lernen Nutzer zu ihren Fragen auch vernünftige Angaben zu machen? :roll:
Irren ist menschlich; ich antworte nicht mehr auf PN, also nix mit Privatberatung, fragt im Forum

maalik
Stammposter
Beiträge: 316
Registriert: 26.05.2017, 18:11
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Wohnmobil
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von maalik » 08.06.2019, 09:55

Danke für die Aufklärung! Die Öldruckschalter hatten mich auch etwas verwirrt, die sind ja sowohl bei CS und KY 1,4 Bar, nur für den JX 0,9.

Benutzeravatar
Pholgix
Moderator
Beiträge: 2104
Registriert: 13.02.2007, 18:51
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Carafalia
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Pholgix » 09.06.2019, 01:16

Das waren ein paar interessante Informationen für mich! Danke euch! Warum es beim KY nur 1.1 Bar sein sollen, hat mich auch beschäftigt...

Ich hätte vor allem nicht gedacht, dass die Öltemperatur in der Wanne heisser ist, als nach der Pumpe am Ölfilterflansch! Danke für die Info, Retrologic!
Geil, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, gleich drei Sensoren zu verbauen :bier
Offensichtlich scheint der originale Öl/Wasser-Wärmetauscher also etwas zu bringen. Da ich nen Zusatzölkühler drin habe, wird also bei mir die Differenz zur Wanne noch grösser als 10°C sein.

Ich will die Öldiskussion hier ungern weiter anheizen, das ist ja bekanntlich ein Thema mit viel Emotionen. Aber ich denke, wenn auf dem Öl Freigabe VW 50500 steht, dann ist das für den Motor in Ordnung.

Es stimmt, dass die kinematische Viskosität bei 100°C bei 5W40 (3.8mm2/s) und 15W40 (5.8 mm2/s) eine andere ist.
EDIT: Es geht in diesem Dokument um die minimale kinematische Viskosität, nicht um die tatsächliche!
(Quelle: https://www.adac.de/_mmm/pdf/27083_27902.pdf)

Das könnte auch erklären, warum bei manchen der Ölwarner summt oder die Leuchte angeht. Ich würde aber meinen, da ist die Verschleissgrenze der Ölpumpe erreicht und es wäre sinnvoller diese zu tauschen! Meine alte hatte jetzt bei Ausbau zwischen den Zahnflanken ca 0.13mm Spiel (gemäss VW RLF: neu 0.05, verschlissen. 0.2mm) und bei mir kam nie die Leuchte.
Ich möchte trotzdem die Vorteile von synthetischem Öl (und das ist 5W40 im Gegensatz zu 15W40) nutzen. Nur weil es "flüssiger" ist, muss es m.E. nicht schlechter für den alten Motortyp sein. Es hat eine ganze Reihe an Vorteilen, z.B. bei der Scherfestigkeit, der Temperaturbeständigkeit bzw. dem Alterungsverhalten uvm. Man suche einfach mal nach "Unterschied synthetisches und Mineralöl".

Ich muss vielleicht noch dazu sagen, dass mein Bus jeden Urlaub mehrere Tausend Höhenmeter erklimmt, da ich viel in den Alpen unterwegs bin und ich auch auf der Autobahn fast immer nach dem Motto "pedal to the metal" fahre. Das 5W40 hat in den 110tkm offensichtlich keinen grösseren Schaden angerichtet. Aber ich wechsle es z.B. auch mal vor 7500 km, wenn ich weiss, es wurde häufig sehr hoch belastet. (Stichwort Alterung durch hohe Temperaturen) Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Turbo turbinenseitig über 1000°C heiss wird (und damit auch das Öl!) rückt die Temperatur- und Alterungsbeständigkeit für mich sehr in den Vordergrund! Das erklärt für mich dann auch die, gegenüber dem Ölfilterflansch höhere Öltemperatur in der Wanne, wie von Retrologic gemessen. Hier noch zwei interessante Links:
http://www.ms-oil.ch/vorteile_synt_oele ... esynt.html
https://www.turbolader.com/pages/techni ... en-vom.php

So jetzts geht's aber erstmal beruhigt gen Süden :sun
Gruss Holger
Bild

Mein Westfaliaumbau: http://www.bulliforum.com/viewtopic.php?t=15315
Rostentfernung-Thread: bulliforum.com/viewtopic.php?f=1&t=96971&p=788707#p788707

Benutzeravatar
Pholgix
Moderator
Beiträge: 2104
Registriert: 13.02.2007, 18:51
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Carafalia
Leistung: 69 PS
Motorkennbuchstabe: JX
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: Bodensee
Kontaktdaten:

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von Pholgix » 30.06.2019, 17:08

Hi,

habe mich auf Deinen Beitrag hin:
neujoker hat geschrieben:....
Das W besagt nur, dass für das Öl mit der Viskositätsklasse, nach der es steht, sowohl die Pumpgrenze (low temp pumping) wie die Kaltstartgrenze (low temp cranking) den Spezifikationswerten laut ASTM D 4684 und D5293 entsprechen (SAE J300).
Sonst werden Motoröle nur nach der kinematischen Viskosität bei 100°C spezifiziert (ASTM D 445).
Desweitern sind noch Werte für die Viskosität bei hoher Scherung und hoher Temperatur von 150°C spezifiziert, was nicht für die Viskositätsklassen mit W gilt. Dabei zeigt ich auch, dass z.B. ein 10W-40 bei hohen Temperaturen nicht einem 15W-40 entspricht, sondern weniger optimale Eigenschaften hat.
...
nochmal etwas ausgiebiger mit dem Thema Öl beschäftigt, um das nachvollziehen zu können, was Du schreibst. So ganz ist mir das aber nicht gelungen.
Ja, in SAE J300 ist nur die kin. Viskosität bei 100°C definiert - und zwar nur der Minimalwert. Daraus kann man also nicht generell schliessen, was für eine Viskosität ein Öl nach SAE hat, sondern nur, dass es nicht weniger ist. http://www.mototribology.com/articles/v ... ty-grades/

Vielmehr geben die Hersteller üblicherweise die Viskositäten bei 100°C und 40°C an, ermittelt mit einem Kapillarviskosimeter nach DIN 51562 oder ASTM D445. Darüberhinaus den Stockpunkt und den Viskositätsindex, der viel über das Temperaturverhalten aussagt.

Ich hab mir die von Dir genannte Seite mal genauer angeschaut und ein Diagramm gefunden, das die für uns interessanten 3 Ölsorten: 5W-40, 10W-40 bis 15W-40 vergleichend darstellt:
Man kann im nachfolgenden Diagramm erkennen, dass die drei Viskositätsklassen im oberen Temperaturbereich etwa ähnlich sind, bei tiefen Temperaturen stark auseinandergehen (betrachteter Bereich: 0 und 180°C):
https://www.widman.biz/English/Tables/G ... 80.gif.gif

Schaut man sich den Temperaturbereich zwischen 80°C und 180°C mal genauer an, stellt man fest, dass 15W-40 und 5W-40ab 80°C sehr nah beieinander liegen, das 5W-40 in der Grafik ab 100 °C sogar eine leicht höhere Viskosität hat (also dickflüssiger ist!) als das 15W-40!
https://www.widman.biz/English/Tables/G ... 80.gif.gif
https://www.widman.biz/English/Tables/gr-motores.html
Das 10W40 ist laut der Grafik dagegen gesamthaft leicht (ca. 1mm2/s) unter den beiden anderen Viskositätsklassen (5W40 und 15W40), also minimal dünnflüssiger.
Das konnte ich anhand der Datenblätter von diversen Ölen allerdings nicht nachvollziehen! Die Grafik von widman.biz ist für mich deshalb nur bedingt vertrauenswürdig. Sie stellt aber den Verlauf der kin. Viskosität sehr anschaulich dar.

Ich weis nicht, welche Produkte widman.biz in seiner Grafik verglichen hat und was sie mit dem Vergleich bezwecken, aber die Kurven stehen sicher nicht generell für eine ganze Viskositätsklasse, sondern ein bstimmtes Produkt.
Deshalb habe ich mir die Datenblätter diverser Öle mal genauer angeschaut und festgestellt, dass die kin. Viskosität sich je nach Produkt sogar innerhalb einer Viskositätsklasse eines Herstellers (z.B. 10W40, Motul 4100 und 6100) leicht unterscheidet! Man muss also direkt die Datenblätter der Öle vergleichen, bevor man eine Aussage machen kann!

Hierbei kommt der Viskositätsindex ins Spiel:
"Der dimensionslose VI wird aus der kinematischen Viskosität bei 40°C und 100°C berechnet. Ein hoher Viskositätsindex kennzeichnet eine relativ geringe Änderung der Viskosität mit zunehmender Temperatur und umgekehrt."
Quelle: https://www.atu.de/pages/werkstatt/unse ... aeten.html oder
https://www.aral-lubricants.de/schmiers ... verhalten/

Sofern also 10W40 und 15W40 den gleichen VI haben, ist das 10W40 über den gesamten Temperaturbereich "dünner" und deshalb weniger empfehlenswert. Ich denke das wollte neujoker sagen?!
Da ist ein vollsynthetisches (!) 5W40 mit seinem per Definition höheren VI definitiv die bessere Wahl, denn das bleibt bei hohen Temperaturen zähflüssiger oder gleich zähflüssig, aber bei niedrigen Temperaturen definitiv dünnflüssiger. Es gibt heute aber auch viele teilsynthetische 5W40 deren Temperaturverhalten mit sog. VI-Verbesserern optimiert wurde.

Ebenfalls bei ATU habe ich diese Aussage entdeckt:
"Aus diesem Diagramm ist der Vorteil von synthetischen Produkten ersichtlich: Obwohl es sich bei beiden Produkten um 40er Öle handelt, zeigt das synthetische 5W-40 Produkt bei 150°C eine höhere Viskosität. Synthetische Produkte dünnen mit zunehmender Temperatur nicht so stark aus wie mineralische Produkte."

Aus den obigen Gründen erscheint mir die Verwendung von 10W40 oder 15W40 heutzutage nicht sinnvoll. Beide Klassen sind immer auf Basis von mineralischen Ölen hergestellt, zwar sind sie durch z.B. "Technosynthese" oder HC-Synthese (Hydrocrack) (=teilsynth.) und Additive verbessert, aber sie kommen nicht an die hervorragenden Eigenschaften von vollsynthetischen Ölen heran, auch nicht, oder gerade in Bezug auf ihre Viskosität bei hohen Temperaturen! Oder einfach ausgedrückt: 5W40 ist nicht generell "dünner", sondern kann (je nach Produnkt) im gleichen Bereich 15W40 liegen!

Zum Thema mineralische / synthetische Öle habe ich folgendes herausgefunden:

Die meisten Hersteller haben aufregende Marketingstrategien, um zu verschleiern, dass fast alle ihre sog. "High-End" Produkte gar nicht mehr vollsynthetisch sind, sondern durch "Technosynthese", "HC-Synthese" oder "Synergie" verbesserte Mineralöle - Und das oft zum Preis von vollsynthetischen Ölen!
So ist ein Castrol 5W40, wie ich es früher verwendet habe, heute nicht mehr vollsynthetisch sondern meist nur noch teilsynthetisch. Kostet aber deutlich mehr. Vermutlich wird der Herstellungsprozess eben günstiger sein.

Teilweise geben die Hersteller gar nicht mehr an, oder es ist nur schwer herauszulesen, auf welcher Basis das Öl hergestellt wird. Speziell Castrol wird nicht müde immer neue Produktbezeichnungenen und tolle Marketingbegriffe zu erfinden, um einem das Öl als das non-plus-ultra-high-performance schmackhaft zu machen.
Edit: Nur wenn "vollsynthetisch" explizit dransteht ist es vollsynthetisch!
Ständig werden die Produktanhängsel (Edge, Ultraclean, Titanium, Turbodiesel) geändert, die Eigenschaften ändern sich dabei nur minimal. Die Entscheidung, welches Öl nun optimal für den eigenen Motor ist, fällt so sehr schwer.

In diesem Zusammenhang habe ich mich auf die Suche gemacht und die Datenblätter von 20 Ölen (5x15W, 5x10W, 10x5W, 17 nach VW50500/1) durchforstet und deren Eigenschaften aufgelistet. Dabei habe ich nur vier vollsynthetische gefunden! Das Castrol vollsynth. zu finden war nicht einfach!
Motul ist als einer der wenigen Hersteller herausgestochen, der sehr klare Angaben zum Herstellungsprozess und den Technischen Daten machen! Die meisten (vor allem Castrol!) versuchen zu verschleiern, dass ihre hochwertigen Öle "nur" teilsynthetische sind - was nicht schlecht sein muss! Es ist vermutlich eher so, dass die teilsynthetischen Öle heutzutage durch neue Verfahren und Additive recht gute Eigenschaften haben.

Siehe zu den Ölsorten:
https://www.auto-motor-oel.de/auto-wiss ... tikoel/11/
https://www.auto-motor-oel.de/auto-wiss ... -oil/1322/
http://www.vsi-schmierstoffe.de/schmier ... doele.html

Gesichert erscheint mir, dass 15W40 immer mineralische Öle sind, niedrigere kin. Viskositäten sind mit mineralischem Öl nicht möglich.

Das Gros aller xW40 Öle bewegt sich bei 100°C mit der kin. Viskosität im Bereich zwischen 13.5 und 14.5 mm2/s, dabei liegen fast alle 5W und alle 10W sowie 15W über 14 mm2/s, nur die Castrol 5W40 Öle liegen unter 14 mm2/s und sind damit die "dünnflüssigsten Öle bei 100°C (!)

Bei 40°C liegt die Viskosität der 5W40 Öle zwischen 75 und 88 mm2/s, bei den 10W40 sind es 95 bis 103 mm2/s und bei den 15W40 101 bis 112 mm2/s. Dabei spielt es keine Rolle ob synthetisch, teilsynthetisch oder mineralisch wie zäh das Öl ist.
Bei dem Viskositätsindex liegen die vollsynthetischen natürlich vorn, denn ihre Zähigkeit nimmt bei hohen Temperaturen weniger ab als bei mineralischen. Hier die von mir erstellte Liste:
Wer das XLS will-->PN
Bild
Update: Castrol vollsynth. hinzugefügt, Formatierung geändert

Ich tendiere momentan zu einem Motul, Motorex, o.ä. mit einer Viskosität >14 mm2/s, also 5W40. Denn das derzeit verwendete, bei 100°C tatsächlich etwas niedrigviskose, Castrol Edge 5W40 wird bald ersetzt und dann bin ich gespannt ob sich die minimal höhere Viskosität tatsächlich beim Öldruck bemerkbar macht!
Natürlich ist das nicht das einzige Kriterium: Liest man die Produktbeschreibungen, dann stehen ganz unterschiedliche Eigenschaften im Vordergrund: Die Unschädlichkeit für Partikelfilter, Spritverbrauch, Druckbeständigkeit, mal die Schwarzschlammbildung oder die Scherstabilität, der Verdämpfungsverlust oder der Sulfatascheanteil, usw.. Es gibt sogar Öle extra für Fahrzeuge über 100tkm, da liegt der Schwerpunkt auf der Haltbarkeit von Dichtungen etc (Castrol High Mileage oder Liqui Moly Touring)!

So, ich hoffe damit vielleicht auch anderen etwas geholfen zu haben, ich sehe nun jedenfalls einiges klarer. Bitte korrigiert mich, falls ich etwas Falsch interpretiert habe!
Zuletzt geändert von Pholgix am 03.07.2019, 09:34, insgesamt 9-mal geändert.
Gruss Holger
Bild

Mein Westfaliaumbau: http://www.bulliforum.com/viewtopic.php?t=15315
Rostentfernung-Thread: bulliforum.com/viewtopic.php?f=1&t=96971&p=788707#p788707

Benutzeravatar
CS_Raser
Poster
Beiträge: 69
Registriert: 16.01.2017, 02:59
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Köhler Surfline
Leistung: 50 PS
Motorkennbuchstabe: CS
Anzahl der Busse: 2
Wohnort: Köln

Re: Öldruck im JX mit VDO messen - Erfahrungswerte

Beitrag von CS_Raser » 30.06.2019, 17:30

Vielen Dank für die Mühen, die Du Dir machst, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen!
Gute Fahrt
CS_Raser

Bild

83'er CS
50 PS
1600D
oje oje

Antworten

Zurück zu „T3-Aktuell (BJ 1979 - 1992)“