Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

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Chrissi&Anka
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Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von Chrissi&Anka » 08.11.2017, 14:35

Hallo und vielen Dank für die Aufnahme im Forum!

Kurz zu uns, wir sind für uns beide + Hund auf der Suche nach einem T3 Camper, haben so gut wie keine Vorerfahrung was Autos angeht aber der Wille kleine Dinge selbst zu machen ist da. Haben kürzlich schonmal einen T3 mit Hochdach gemietet und lieb gewonnen.

Welche Dinge wir gut fänden:
  • Heizung, da wir auch gerne im November und Anfang Frühling rausfahren würden
  • H-fähig, da wir im Berliner Ring wohnen
  • technisch und rosttechnisch eine solide Basis, da wir bisher weder selbst schweißen können, noch befreundete Karosserie-Bauer oder Mechaniker haben
  • Diesel (Spritkosten)
Wir sind keine Oldtimer Liebhaber die Wert auf originalen guten Zustand legen oder unbedingt einen Joker brauchen, für uns steht der Nutzen im Vordergrund, aber klar: Irgendwie gefallen muss das Fahrzeug auch, wenn man so viel Geld dafür ausgibt.

Nun zum konkreten Bus, wir fahren am Wochenende an die Ostsee und würden bei der Gelegenheit gerne diesen Bus anschauen:
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 16-216-224

Argumente die für uns für den Wagen sprechen:
  • Nächstes Jahr H-fähig
  • Nachweise über Reparaturen und Wartungen
  • Stand zumindest die letzten zwei Winter trocken
  • Heizung
  • Ausstattung entspricht generell unseren Bedürfnissen
Der Verkäufer hat für die Schweißstellen hinten schonmal einen Kostenvoranschlag für ca. 600,- + Steuer machen lassen, er meinte wenn man das machen lässt und die Nebelscheinwerfer wieder anschließt sollte er H-fähig sein.
Bezüglich der Laufleistung wäre meine (laienhafte) Einschätzung, dass diese in Ordnung ist, da ja anscheinend vieles gemacht wurde mit Nachweisen.
Eine Probefahrt ist derzeit leider nicht möglich, da der Wagen ein Saisonkennzeichen hat und direkt an einer Hauptstraße geparkt ist.
Falls jemand Lust hat, würden wir uns natürlich über unabhängige Expertise freuen, die Besichtigung (ohne Probefahrt) findet diesen Samstag Vormittag in Wismar statt.
Wie ist eure Meinung zu einer Überprüfung durch den TÜV oder eine Werkstatt vor dem Kauf? Macht das Sinn oder braucht man eher einen T3 Profi der die Schwachstellen kennt?

Zum Schluss noch etwas grundsätzlicher, denkt ihr man kann einen T3 überhaupt ohne Schrauberkenntnisse fahren, ohne dabei arm zu werden? Bei uns ist zwar der Wille da, aber erstens haben wir eben (noch) keinen Ort, wo wir daran arbeiten könnten, und oft fehlt ja auch die Zeit, der Hund will auch raus ganz zu schweigen wenn dann Nachwuchs kommt. Könnte mir also durchaus vorstellen, dass die meisten Problemchen dann doch in der Werkstatt gemacht werden müssten.
Wenn das zu OT ist, den letzten Absatz gerne löschen.

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe

newt3
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Re: Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von newt3 » 08.11.2017, 18:33

1. du kannst in der preisklasse davon ausgehen, dass die karrosse einmal komplett gemacht gehört.
klar kannst du jetzt auch für 600€ ne ecke hinten machen lassen aber dann fängst im nächsten jahr mit der nächsten ecke an usw usw.
klar kannst es auch jahrelang schieben aber billiger und besser wird es davon eben auch nicht

und um die anzeige mal zitieren "leichte ansätze" heißt in der regel die fuge blüht aussen. also hast du von innen nach aussen eine durchrostung einer blechüberlappung. sprich 2 bleche (manchmal auch 3) die partiell oder auch komplett ersetzt gehören.
selten läßt sich eine fuge auch mal mit strahlen und reinigen 'retten' aber das dann in einem stadium wo eigentlich noch kein rost zu sehen ist.

2. ja bei reiner werkstattpflege wirst du schnell arm.
->wobei arm jetzt relativ ist). ein modernes auto braucht mitunter alle 2 jahre 30tkm ne 300-400€inspektion und rollt so ohne probleme seine 200tkm (so zumindest die koreaner. ob vw das noch kann keine ahnung.....)....
da ist der t3 camper oft weit davon weg. den fährst du 7500km in der saison und trotzdem landen oftmals jährlich 1000€ drin bzw bei werkstattpflege schnell noch mehr. .....natürlich hat ein neuer wertverlust und ein halbwegs erhaltener t3 ist mindestens preisstabil von daher relativiert sich das ganze
->kleinigkeiten selbst machen spart schon sehr viel geld....
->gezielt selbst gucken was kaputt ist . reperaturunterlagen gibt es genug im netzt. bücher zum nachschlagen kosten nicht die welt. für fragen gibt es foren oder auch facebook
->und dann konkrete reperaturen (an die man sich vielleicht doch nicht selbst drantraut) in auftrag geben, markenteile vorher selbst besorgen (um nicht vw apothekenpreis oder werkstatthauslieferantenapothekenpreis zu bezahlen auch)
--->das spart dann schon ehrheblich geld. wenn du dann für bremsen oder zahnriemen eben noch die werkstatt nimmst und die karosse so ist dass sie keine schweiarbeiten braucht dann ist das ganze preislich erträglich (aber den besagten 1000er im jahr würd ich trotzdem einplanen. vielleicht ist es 2 oder 5 jahre lang auch billiger aber evtl kommt dann auch mal was großes oder mehrere dinge auf einmal da ist man da schnell drüber. und ein fahrzeug erhalten heißt ja nicht immer nur defekten hinterherreparieren denn dann wird er immer unzuverlässiger sondern eben vernünftig pflege und wartung und auch mal kritsche punkte vorsorglich in einem abwasch usw usw...eben so dass er in 10 jahren nicht schlechter sondern eher besser dasteht)
->soll er in die werkstatt: ne werkstatt die sich mit dem t3 auskennt ist gold wert. kost vielleicht auch mal mehr als die billigste freie um die ecke aber wenn jeder handgriff sitzt spart es arbeitszeit. und vor allem sieht so eine werkstatt gleich noch wichtige weitere dinge (und sagt dir was davon akut ist und was sich notfalls schieben läßt)
->blöd wirds, wenn du täglich auf das auto angewiesen bist. von heute auf morgen geht in gefragten werkstätten mitunter nichts bzw nur für sehr gute und langjährige kunden. soll die karre eher ein reiseauto sein ist's dagegen kein problem. dann eben dafür sorgen dass er technisch richtig fit ist und wenn dann doch mal akut was auftritt kriegt man das schon irgendwie geregelt. aber alle 5 minuten auf der matte stehen 'macht mal billig, macht mal schnell' wäre dauerhaft sehr nervig (für beide seiten). dann lieber einmal richtig.

3. h fähig macht sinn. du zahlst halt 191€ an steuern und nicht 450€ (womo ohne kat oder euro1). sprich auf 10 jahre gerechnet 2600€ mehr die du direkt in das fahrzeug investieren kannst (zb jetzt bei anschaffung...). hinzu kommt dass man eben in umweltzonen hierzulande darf (mal sehen wie lange noch). klar kommt man als camper auch um städte rundrum aber hier und da hat man vielleicht auch mal das bedürfnis jmd in dieser oder jener stadt zu besuchen. berlin ist nur im kern umweltzone da ist autofahren verzichtbar. in leipzig zb ists das ganze stadtgebiet (und es wurde einiges eingemeindet). in bw oder nrw sind teilweise ganze landstriche ne umweltzone. von ausland wollen wir nicht reden da hast du es meist auch mit einem deutschem old schwer (frankreich, holland, österreich) und bist in manchen städten nicht willkommen.
soll die karre mal weg ists auch für den wert des fahrzeugs gut, wenn da ein h dran prangt. es erhöht den potentiellen käuferkreis eben ganz gewaltig (wie du ja an dir selbst mit einem umweltzone in der nähe gut siehst)

4. ohne probefahrt brauchst sowas nicht kaufen.
- wer sagt dir dass beim getriebe keine gänge raushüpfen oder es heult wie hulle
- wer sagt dir dass der motor nicht nach 5 oder 10km anfängt zu überhitzen
etc pp
kurze probefahrt muss bei besichtigung drin sein. lange probefahrt wenn dann akut der kauf ansteht (sprich du die kohle in der tasche hast und unterschreiben möchtest. dann ruhig ne runde von 20, 25km/h auch mal 95 100 auf der bahn oder ausgebauten landstraße...schließlich möchtest du in dem tempo ja später auch vereisen....also mußt du sehen ob die karre das macht oder der motor so breit dass er da gar nicht ankommt.
- fahrwerk gerausauslauf, spurhalten beim bremsen etc pp. zwar alles machbar, wenn es nicht hinhaut aber sowas sollte sich ja im verkaufspreis niederschlagen wenn da was grob im argen ist

5. und ja, nimmt dir zum kauf/besichtigung jmd mit der sich explizit mit dem t3 auskennt. tür kriegen die hütten fast immer und unterboden sieht auch oft gut aus aber nur der kenner weiß wo er genau hinschauen muß und nur der kann dir sagen wie es um die gesamtsubszanz aussieht und halbwegs einschätzen wie aufwändig diese oder jene stelle ist.
auch den wartungszustand einschätzen gelingt so viel besser. sprich ist der mit 500€ an teilen fit für den nächsten sommer (bis auf ein paar risikofaktoren) oder sind es doch eher 3000€ an teilen die reinmüssen. (und wenn das in der werkstatt eingebaut werden muss kannst die zahlen schnell verdrei oder vierfachen, teile kosten mitunter beim t3 nicht viel aber arbeitszeit kostet nunmal geld)

6.
hinfahren anschauen. wenn er dir gefällt gehtst mit einem t3 kenner nochmal hin. gefällt er dann immernoch: kaufen
und selbst wenn du ihn nicht nimmst kannst du eigentlich nur dazulernen.

klar ist auch dass es für 6100€ kein neues auto gibt und auch keine camper mit gleichzeitig sehr guter karosse und ohne wartungsstau aber man sollte eben einschätzen ob das was da steht 1. dem preis halbwegs angemessen ist 2. überhaupt kaufenswert ist (sprich wenn du keine totalresto möchtest, nicht heute nicht in 5 und auch nicht in 10 jahren dann besser gleich einen anderen nehmen auch wenn er das doppelte kostet. und selbst wenn du irgendwann eine vor hast eben schauen ob die bei dem lohnt oder man lieber einen besseren nimmt) 3. ob der ausbau für dich hinhaut. sprich anzahl der betten(wenn du von 2 auf 4 aufrüstest ist es oben immernoch eher eng zum schlafen). platz für den hund. höhe vom dach (stellplatz garage etc). einige sachen lassen sich mit wenig aufwand ändern - andere sind eher kompliziert sofern man es vernünftig haben möchte
Zuletzt geändert von newt3 am 08.11.2017, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von TottiP » 08.11.2017, 18:41

Die Bilder sagen für mich zwei Dinge aus: am Motor wurde sehr laienhaft die Einspritzleitung verlegt und hinten rechts hat er Rost.
Wie schon geschrieben, hin fahren und ansehen, lernen kannst Du daraus auf jeden Fall
Gruß, Totti
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Ich reagiere auf PN´s nur noch wenn eine Rufnummer angegeben wird!
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Re: Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von newt3 » 08.11.2017, 19:10

7. motorraum
- sieht nach originalem serienmäßigem 1.6td jx aus (also kein 1.6er golf/passatmotor, kein 1.9er). dennoch ruhig bei besichtigung nach dem kennbuchstaben schauen (an motor und getriebe). der kenner weiß wo die kennbuchstaben stehen oder du ließt eben selbst mal im netz da findest das auch
- bei probefahrt auf öl und wasser achten. druckbehälter muss voll sein, nachfüllbehälter darf nicht leer sein. temperaturnadel ist bei kaltstart unten nach der warmfahrpahse geht der irgendwann in die mitte und bleibt dort. (hoch geht der nur bei volllast oder ewigem stau und warmer aussenluft). heizung sollte funktionieren (die macht man erst bei betriebswarmem motor an). kaltstart klingt er mitunter etwas 'hart', richtig warmgefahren nach der fahrt läuft er spürbar weicher (Wenn auch nicht so weich wie heutige pkw).
nach dem kauf:
- die einspriztleitung erwähnte totti schon. 4 neue kosten 60€. kriegt auch der laie eingebaut, wenn er keine 2 linken hände hat
- die ölvorlaufleitung (druckleitung) vom turbo liegt glaub auch etwas komisch und sieht sehr rostig aus. die machst du nach kauf auch einmal neu (teilepreis 30€) oder aus edelstahl 60€ oder so ,,und je nachdem wie der rücklauf aussieht macht man den evtl gleich mit
- ansonsten große inspektion am motor nach dem kauf. öl incl filter, luftfilter, dieselfilter, ventilspiel prüfen/einstellen, frostschutz prüfen, und falls du sicher wilst mal düsen raus abdrücken und mit neuen flammscheiben wieder rein ggf im selbem abwasch kompression messen (um zu wissen ob man bei größerem dingen am motor die ja durchaus auftreten noch investiert oder ihn lieber gleich rausschmeißt und überholt), blic auf wasserpumpe (schaufeln) kann auch nicht schaden, 2 neue keilriemen (und die alten notfalls in boardwerkzeug), zahnriemen je nach alter (ist meistens dokumentiert und wenn nicht schaust auf riemen oder rolle ob da ein produktionsdatum steht), leckölleitungen anschauen/erneuern, motorraumelektrik mal in ruhe anschauen ob irgend ein kabel angescheuert ist und auch mal ein blick in den schwarzen kasten, massekabelringösen unterhalb vom luftfilter ruhig auch mal blankmachen, masseband motor getriebe eben so. je nach teileumfang 100-200€ mit düsen nochmal 160€. arbeitsaufwand 100€-600€, mit der düsenummer+kompression ggf etwas mehr
--->sprich da geht (bei werkstattpflege) mitunter schon der erste tausender nach dem kauf hin. ist dann noch was kaputt wirds mehr.
wenn noch die alten wasserrohre drunter sind mach die auch gleich neu und in edelstahl. 240€ teilekosten. gut investiert. besser als ein wassetotalverlust beim nächsten alpenurlaub. NATÜRLICH ist das nicht nur bei dem Bus so sondern vermutlich bei jedem anderem auch (wartung wird immer geld kosten. ein paar essentials sind auch immer zu tun. bei dem einen eben hier. bei dem anderen dort)

-------------
am teuersten und ungünstigstens fährst du, wenn du immer nur reparierst, wenn was kaputt ist
->die karre wird dann nämlich jahr für jahr unzuverlässiger
->sie raubt dir zeit (mitunter wertvolle urlaubszeit) wenn du zb liegenbleibt oder unterwegs ungeplant eine werkstatt aufsuchen mußt
->und es kostet unterwegs auch erheblich mehr geld. zu hause kannst du für ca 35€ in eigenleistung den originalen bosch anlasser quasi überholen (magnetschalter neu, bürstenplatte incl verkablung neu, ggf die buchsen neu sofern fällig). du kannst aber auf der reise auch 350€ für ein bosch AT teil bezahlen und 100€ für den einbau. ggf noch 150€ für's abschleppen sofern du keinen schutzbrief mehr hast weil man dich nach der vierte panne im jahr evtl rausgeworfen hat. gleiches auch mit der lichtmaschine. keine ahnung was bullifried hier im forum für die überholung deiner lima haben möchte aber viel wird es nicht sein. du kannst aber auch unterwegs mit lagerschaden an der lima liegenbleiben, das lüfterrad zerlegt sich, nimmt die batterie pluskabel reilriemen usw mit in den tod und du bezahlst 600€ für ne reperatur (350€ die originale hella lima, 100€ die batterie, der rest für arbeitslohn und kleinarbeiten). auch ein defekt der sich eben wenn man rechtzeitig vorher reagiert vermeiden läßt. bei den kühlwasserrohren nichts anderes - und die können dir ja mit pech den gesamten motor kaputtmachen (wassertotalverlust und eben fahren bis zum kolbenfresser...weil ma nes nicht merkt oder in den entscheidenden sekunden keine möglichkeit zum anhalten sieht)

sprich am besten immer hinterher sein. das kannst du durchaus lernen, wenn du keine 2 linken hände hast und technische zusammenhänge begreifst. zeit und platz wird es auch kosten.
Zuletzt geändert von newt3 am 09.11.2017, 14:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von Erdschluss » 08.11.2017, 21:47

Chrissi&Anka hat geschrieben: Zum Schluss noch etwas grundsätzlicher, denkt ihr man kann einen T3 überhaupt ohne Schrauberkenntnisse fahren, ohne dabei arm zu werden?
Wenn man wie ich alles selbst macht, sollte man 5000€ für eine akzeptable Basis und weitere 10000€ für Ersatzteile an Seite haben, bei reiner Werkstattpflege eher 15...20.
Man kann sich natürlich eine Resttüvhöhle kaufen, aber an der hat man nicht lange Freude.

Die 10000 sind sehr viel Geld, aber davon ist gerne mal auf einen Schlag eine große Menge weg, insbesondere wenn man eben nicht alles selbst macht (weshalb auch immer, ich kann mir auch irgendwann einmal das Bein brechen...).

Getriebe tot? Gebrauchte kosten mittel bis hoch dreistellig und sind Überraschungspakete, einbauen muss die auch noch jemand (was man wiederum mit etwas Übung in 3 Stunden ohne Hebebühne mit 3 Wagenhebern erledigt hat). Überholte Getriebe kosten 1500...2000€, manchmal auch mehr.

Motor tot? In einem mir bekannten Fall kostete ein "neuer" JX unter der Hand mit Einbau gut 3000€. Und der ist dann auch schon eine Weile unterwegs gewesen...

Und dann ist da noch so Kleinkram wie tote Querlenkerbuchsen, Turbolader, Bremsleitungen und Kühler, der sich zügig läppert.

Aber: Ihr habt keinen großartigen Wertverlust mehr, der euch Geld klaut. Wenn man seinen Bus ordentlich aufarbeitet, bekommt man die Investition vielleicht auch später noch einmal wieder ansatzweise raus.

Aus meiner Erfahrung bis jetzt: Der T3 ist kein Sparauto wenn man die Behebung des oft vorhandenen Reparaturstaus mit einrechnet, und fordert von seinem Besitzer (und teils auch Fahrer) die bedingungslose Bereitschaft, sich mit der Technik auseinanderzusetzen (ausgenudelter Sitz der Zahnriemenschiebe, Ölkühler, Edelstahl-Wasserrohre, evtl. Ladeluftkühler, schonendes Warmfahren), sonst rächt sich das zügig finanziell.

Überlegt euch, ob ihr so viel Geld aufbringen könnt/wollt, bevor ihr hinterher frustriert vor einer Investitionsruine steht.
Aber wenn man sich drauf einlässt und bereit ist, die Nachteile zu tragen, macht die Fahrerei wirklich Spaß und bei 100km/h begnügt sich mein JX in der Ebene mit knapp über 8l/100km :dance
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Re: Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von Jens Brownstar » 08.11.2017, 22:12

Hi,
gute T3 Camper, die nur eine zu sanierende Roststelle haben, gibt es nicht oder nur selten für dieses Geld.

Bei überwiegend Originallack dürfte der Wagen zumindest ehrlich und unverbastelt sein - Pluspunkt.

4 Ordner mit Unterlagen und Rechnungen spricht für Pflege und keinen unmittelbaren umfangreichen Reparaturstau - Pluspunkt.

Unverbastelt heißt aber noch lange nicht guter Zustand, lediglich, dass keine Schwachstellen vertuscht wurden. Ich würde ihn anschauen und nach Möglichkeit einen Experten mitnehmen. Nur live kann man den wirklichen Zustand beurteilen. Und wenn er tatsächlich in die enge Wahl kommt, ist eine Probefahrt unabdingbar!

Zur grundsätzlichen Abwägung ob T3 oder nicht, muss Euch eben klar sein, dass das wirklich ein altes Auto ist. Die Zuverlässigkeit hängt vom Pflegezustand ab, aber auch beim bestgepflegten T3 kann irgendwann mal der Motor oder was anderes Gosses zu ersetzen sein. Solche Arbeiten sind aber zumindest billiger, als bei neuen Autos. Um mit diesen Autos glücklich zu werden, sollte man sich mit dem Kaufpreis noch nicht finanziell verausgabt haben, außerdem sollte man wissen, wo es eine vertrauenswürdige Werkstatt mit Erfahrung gibt!

Viel Erfolg!
Gruß, Jens

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Re: Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von matzmann » 09.11.2017, 12:04

Vorsicht mit der Aussage H-fähig, die Kriterien haben stark angezogen, ich bezweifle stark das für 600 da eine H-fähige Karosseriekur machbar ist. Nur HU tauglich vielleicht.

Erdschluss
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Re: Kaufberatung T3 TD Teca Hochdach

Beitrag von Erdschluss » 09.11.2017, 15:22

Generell sollte man Verkäufer bei Aussagen wie "sind fürn TÜV nur xy€ zu investieren" beim Wort nehmen und sie das gegen entsprechend erhöhten Kaufpreis VOR dem Kauf richten und die HU machen lassen.
Wer dann kneift, lügt tendenziell.
Erst KY+ALD, dann JX+ABH, nach Motorschaden SB, dann SB+ASS, jetzt ADY+ASS

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