Albanien und so... 3.Folge

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RolandderÀltere
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Albanien und so... 3.Folge

Beitragvon RolandderĂ€ltere » 14.10.2016, 22:41

Hallo,

Weil es in den letzten Wochen wieder einmal ein wenig stressig wurde und wir meist bei unseren RĂŒckreisen immer schneller, schreibe ich ĂŒber

GRIECHENLAND
und den Rest dieser Fahrt doch schon wieder von zu hause in Niederbayern.

Die EinreiseformalitÀt in Griechenland war ein Àusserlicher Blick des Polizisten auf unsere ReisepÀsse und ein wortloser Wink, doch weiter zu fahren. So kamen wir dann wieder in die EU!

Auch hierher fuhren wir wieder mit einer Ungewissheit: Viele, BILDende Informationen zuhause zeugten oft von regelrechtem Hass gegen so manches, was da vor einiger Zeit (politisch) aus Deutschland kam.
Wie stehen "die Griechen" jetzt zu uns deutschen Touristen?
FĂŒr sĂ€mtliche "die Griechen", denen wir wĂ€hrend der 4 Wochen Aufenthalt begegneten, wĂ€re es eine Beleidigung, wenn man ihnen anderes als Gastfreundschaft nachsagen wĂŒrde!
Es liegt bestimmt nicht nur an unserer Reiseart, dass man sich hier einzig willkommen geheißen fĂŒhlt.
Jeglicher Zweifel an griechischer Willkommenskultur uns germanischen Touristen gegenĂŒber stellte sich fĂŒr uns als falsch
heraus.

Gleich hinter der Grenze in Griechenland war dann schon vieles anders fĂŒr mobil Reisende: Es gab auf einmal StellplĂ€tze mit Schatten. Satt! Wir fuhren bald wieder durch WĂ€lder und Olivenplantagen.
Eine attraktive Einrichtung hat offensichtlich Tradition: Grill- und sonstige FeierplĂ€tze laden auch ohne zu feiern ein: “Freies Stehen” ohne jeglichen Stress. Ebenso angenehm empfanden wir wieder die vielen gepflegten Quellen. Leider ist es nicht mehr ĂŒberall selbstverstĂ€ndlich, Quellwasser dort vorzuhalten, wo es von der Natur her möglich ist.

Klimatisch können wir in kurzer Zeit von der tropischen KĂŒste rauf in die kĂŒhleren Berge auf Höhen gelangen, in denen im Winter Ski gefahren wird. Toll. Toll fĂŒr uns.
Unsere Griechenlandkarte wies diese Skigebiete aus, so hatten wir immer ein sicheres “Hochkommen”.

Wohn- oder Reisemobilisten sind im “Innenland” nicht all zu reichlich. Wenn wir gezielt Campingplatz oder Stellplatz in Strand- oder AltertĂŒmernĂ€he anfuhren, aber natĂŒrlich auch in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit deutsch sprechen, und zwar dort bei einem bekannten Diskounter. Dazu trifft man sich in vielen LĂ€ndern beim Lidl.
Woher wir das wohl wissen?

In Kreisen sogenannter „Individualtouristen“, „Overlander“ oder auch „Offroader" wird Griechenland vielleicht oft unterschĂ€tzt.
Die Art, sich z.B. "artgerecht mit einem T3 Syncro" fortzubewegen, kann man auch hier betreiben bis es das Fahrwerk, die Kondition, oder die Partnerin vernĂŒnftigerweise nicht mehr zulassen.
Fahrtechnisch kann man auch hier auf verschiedene Arten Grenzen ĂŒberschreiten. Selbst mit unserem Garmin-Navi braucht man darin nur einfach "unbefestigte Straßen" akzeptieren, dann schafft man "einmal quer durch Griechenland" nicht annĂ€hernd in einer normalen deutschen Urlaubszeit.

Der Befehl fĂŒrÂŽs Navi "Unbefestigte Straßen ausgeschlossen" wĂŒrde fĂŒr uns bedeuten, eine Menge ĂŒberhaupt nicht zu sehen. Wir geben diesen Befehl nur im Notfall.
In den kleinen Bergdörfern mußten die Wirte zum mittĂ€glichen GeschĂ€ft oft die StĂŒhle von der Straße in Richtung Taverne rĂŒcken, weil sie nur mit dem ĂŒblichen Verkehr rechneten, dann aber solch ein "dicker VW-Bus" da durch mußte.

Diese einfachen Dorf- oder Dorfverbindungsstraßen bieten aber auch fĂŒr einen (mehr- oder weniger) “GelĂ€ndewagen” ungeahnte Kriterien.
Dorfstraßen (oft mit griffig betonierter Fahrbahn) sind so manches Mal dermaßen nach Maß fĂŒr die kleinen dort beheimateten Autos gebaut, dass man auch mit einem Syncro ins Schwitzen kommt.
Steigungen, die sich normalerweise von den geĂŒbten Anwohnern wirklich nur mit Schwung und fast leerem Fahrzeug meistern lassen, neben Engstellen, die wir gerade so mit dem kurzen GelĂ€ndegang und schĂ€rfstem kurbeln schafften... Dabei ist die Technik unserer heiligen Kuh (fĂŒr Nichteingeweihte: “Unsere heilige Kuh” ist seit 25,5 Jahren unser Reisemobil, ein selbstausgebauter VW Bus Typ 3 mit Allradantrieb) hier Top in Schuß!

FĂŒr die Nutzer von “Dickschiffen” gibt es aber schon lange Navis, mit denen man solche Routen vermeidet, indem man LĂ€nge, Breite, Höhe und Gesamtgewicht des eigenen Fahrzeugs eingeben kann, und welche diese schönen EngpĂ€sse dann eben "aussen vor lassen"...

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Hier hatten wir GlĂŒck:
HauptsĂ€chlich landwirtschaftlich fĂŒr den GemĂŒseanbau genutzte Gebiete sind nahezu ĂŒberall im Balkan unordentlich, zugemĂŒllt und unĂŒbersichtlich fĂŒr Touristen.
Die Nebenstraßen bieten Hindernisse von hinterlassenen landwirtschaftlichen Nebenprodukten, kaputten und somit verlassenen Plastik- Transportkisten, oft kilometerlange BewĂ€sserungsrohre, oder auch nur deren Reste in StĂŒcken, und natĂŒrlich die Erdkrumen der Traktoren und anderen Fahrzeuge.
Solch eine Asphaltstraße fuhren wir hier, menschenleer: Drei Mal ĂŒberfuhr ich schon langsam einen kleinen Erdwall, der diese ĂŒberquerte, Spuren anderer Fahrzeuge hinterher. Unter dem 3. verschwand ein Wasserleitungsrohr, zu derem Schutz ich diesen Erdwall verstand. Danach war die Straße sauber.
Nachdem ich darauf dann wieder Gas gab, meinte die Iris: "Halt doch mal!"
Ich hielt genau an der Stelle, die das Foto zeigt und habe noch heute ein verdammt mulmiges GefĂŒhl.

https://vimeo.com/180483248

Irgendein Warnschild war weit und breit nicht vorhanden.
Ich darf gar nicht daran denken, dass man hier ja nachts (mit LED-Fernlicht oder auch ohne) auch fahren darf...


Wir sahen uns auch animalischen Gefahren ausgesetzt.
Schon einmal ein Foto, damit Ihr eine Vorstellung bekommt, was fĂŒr gepanzerte Angreifer einen hier so bedrohen:

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Diesem Horror sahen wir ca. 6 Mal "ins Auge"!

KÜHLWASSERSCHLAUCH
Vielleicht schon 27 Jahre alt war da so ein KĂŒhlwasserschlauch unserer heiligen Kuh eines Tages. Da platzte ihm nicht der Kragen, sondern der Mantel.

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Dass die entsprechende Kontrolllampe dafĂŒr alarmierte war wichtig, wichtiger allerdings dann, dass ich nicht anderes gerade wichtiger fand, sondern den Motor sofort am Straßenrand stoppen konnte.

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FĂŒr die Reparatur mußte ein StĂŒck Alurohr unserer Vorzeltstange den Riss innerhalb des Schlauches ĂŒberbrĂŒcken, von außen dann Schlauchschellen, deren scharfe RĂ€nder durch eine Mullbinde entschĂ€rft, das Ganze abdichten...
Damit fahren wir aktuell hier zuhause noch rum.

MAZEDONIEN
Albaner- Auswanderer, FlĂŒchtlinge oder sich, wie auch immer nicht mehr in der Heimat befindliche Albaner stellen in den balkanischen NachbarlĂ€ndern viel dar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Albaner

Wir lernten interessante Leute kennen.
Von denen lernten wir wiederum, dass sie in diesen NachbarlÀndern eigentlich die Motoren sind.
Sherif parkte neben uns vor dem Supermarkt in Bitola, unserem ersten Haltepunkt in Mazedonien. Er hat quasi ein Bein immer in Deutschland und ist total begeistert von vielem deutschen.
Er ließ es nicht zu, dass wir erst einkaufen gingen, ohne uns in die Cafeteria einzuladen und sehr intensiv ĂŒber das “Albanertum weltweit” zu informieren. Sehr patriotisch. Wohl auch sehr stimmig.
Nach unserem Einkauf wurden wir gleich wieder auf deutsch angesprochen. Dass da außen an unserem Auto eine TĂŒte hĂ€ngen sollte, konnten wir eigentlich nicht glauben, fanden dann aber doch die EinkaufstĂŒte mit einem extrem guten Rotwein und der Visitenkarte von Sherif...

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Beobachtet haben wir allerdings selbst, dass dort vor allen möglichen funktionierenden Betrieben, aber auch schönen Villen, die albanische Flagge gehisst war.

Zwei Mal fragten wir an Tankstellen, ob wir auf deren GelĂ€nde nĂ€chtigen dĂŒrften. Neben der abendlichen Frage, ob wir noch Wasser oder anderes brĂ€uchten, beschenkte das eine Mal der Besitzer der Tankstelle mit anschließendem Hotel am nĂ€chsten Morgen die Iris noch mit allen möglichen Werbegeschenken und Komplimenten ob unserer Reiseart.
Wenn ich daran denke, dass bei uns zuhause Hotel- und Campingplatzbesitzer auch schon Spaxschrauben mittels Akkuschrauber in die Reifen von in der NĂ€he parkenden Wohnmobilen geschraubt hatten...

UNFALL
Es begann krĂ€ftig zu regnen. Hier auf der KĂŒstenstraße am Ohridsee war es noch recht schmierig, in unserer Linkskurve hatte ein entgegenkommender PKW, wohl nicht ausreichend profiliert, die Bodenhaftung verloren und kam durch seinen Ausrutscher hinter uns im rechten Straßengraben zum Stehen.

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Klar, es war ein absolutes Sakrileg unsere heilige Kuh körperlich anzugreifen. Da sollen aber andere drĂŒber urteilen...
FĂŒr uns bedeutete der erste Stress, wie werden wir diesen Fall hier im fernen Ausland abwickeln können?
Gibt es jetzt einen Streit um die Schuldfrage?
Da unsere ADAC- Empfehlungen fĂŒr solch einen Fall (wir hatten ja erst einmal einen sichtbaren Sachschaden) deutlich sagen, man mĂŒĂŸe unbedingt ein Polizeiprotokoll erringen, um an der Grenze nachweisen zu können, dass der Schaden am eigenen Fahrzeug nicht von einer, unserer eigenen, Unfallflucht zeugt.
Wir können hier zwar versuchen, die Polizei anzurufen, sollten wir gerade "Netzverbindung" haben. Dass wir uns dann aber auch wirklich verstÀndlich machen können, ist recht unwahrscheinlich, wegen mangelnder Fremdsprachenkenntnisse auf beiden Seiten.
Kein Wunder, dass die Empfehlungen des ADAC darin enden, den eigenen Vollkaskounfallschutz vor der Reise zu ĂŒberprĂŒfen.
Hier:
Der "Unfallgegner" sprach recht gut Englisch.
Seine Hauptsorge war, dass wir keine Polizei hinzuziehen mögen: "Die bestrafen mich dann auf jeden Fall".
Ist oft wohl auch bei uns hier nicht anders. Das "Wie" kann aber wohl schon Unterschiede aufweisen...
Er bot mir Geld an.
Nachdem sich mein persönlicher Adrenalinspiegel dann doch abgesenkt hatte, ĂŒberblickte ich den persönlichen Aufwand, den Schaden zu relativieren. Wir zogen ohne Geld weiter...
Ein paar Stunden hat die Reparatur dann auf dem Campingplatz am Ohridsee doch noch gedauert, einschließlich der Suche nach der Thunfischdose fĂŒr meine Radkappensicherung.

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OHRIDSEE,
an seinem mazedonischen Ufer (nein, auch jetzt bringe ich aus Prinzip keine Geodaten) sei ein ganz toller Campingplatz mit einer ganz tollen Stimmung und supergĂŒnstig...
Seit wir dann in der NÀhe waren, fuhren wir jeden Hinweis auf CampingplÀtze nach und erfuhren wieder interessantes:

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In den meisten Orten, bei denen in unserer Landkarte Symbole auf CampingplĂ€tze hinwiesen, fanden wir riesige, meist von Sicherheitspersonal bewachte, PlĂ€tze mit Parzellen die ĂŒberwiegend obigen Eindruck hinterließen. Unattraktiv fĂŒr uns.
Wir ließen uns erklĂ€ren, dass dies noch Überbleibsel aus der “JugoslawienĂ€ra” seien. Sie waren aber immer noch in Betrieb!
Es gibt aber doch schon bessere:

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Wir fanden hier einen, der uns absolut die erwartete AthmosphÀre bot.
Eine einfache Pizza im Restaurant dort fĂŒr € 10,00 fanden wir zwar schon in der NĂ€he von N... bei den dortigen lokalen Preisen, dafĂŒr war der Stellplatzpreis von ebenfalls € 10,00 akzeptabel...

SKOPJE
Auf obigem Campingplatz machte uns ein “Oftindenbalkanfahrender” Tourist auf Skopje aufmerksam.
Er empfand hauptsĂ€chlich Monumentalbauten- und Skulpturen besonders beachtenswert. Vor allem aber die Akzeptanz, die die offensichtlich in Teilen der Bevölkerung genießen:

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KOSOVO
Die Entscheidung, unsere RĂŒckreise von Mazedonien ĂŒber den Kosovo zu fĂŒhren, trafen wir erst kurz vor der Grenze.
Hatten wir doch von anderen Touristen nichts wesentliches ĂŒber das Bereisen dieses Landes in Erfahrung bringen können, jedoch bei der Reisevorbereitung wieder einmal die Informationen des AuswĂ€rtigen Amtes zur Sicherheit abgefragt: Eine Ermunterung, dieses Land touristisch zu bereisen, klingt anders:

https://www.auswaertiges-amt.de/sid_55A ... 8bodyText1

Das soll uns so nie wieder passieren!
Wir fuhren innerhalb (zu-) weniger Stunden durch einen Teil dieses Landes, weil wir uns dafĂŒr doch einfach zu wenig Zeit ĂŒbrig gelassen hatten.
In wesentlichen Teilen haben wir uns glĂŒcklicherweise fĂŒr untergeordnete Straßen entschlossen. Wir fuhren nicht unbedingt ĂŒberall "durch die Hinterhöfe", doch aber wieder meistens durch die NormalitĂ€t.
Auch bei kĂŒrzestem aussteigen, aber immer mit dem eigenen, fremdlĂ€ndischen, Fahrzeug identifiziert, lernt man eine Stimmung, die der eigenen Herkunft gegenĂŒber, kennen: Man freute sich ausserordentlich ĂŒber unsere interessierte Anwesenheit!

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Den buchstĂ€blichen Abschluß brachte dann aber der Grenzbeamte, der aus unseren ReisepĂ€ssen herauslas, dass wir, als offensichtlich Touristen, ja nur ein paar wenige Stunden in seinem Land reisten. Mit leisem Bedauern sagte er zu uns: "Sie sind ja nur im Transit hier durchgereist- wir haben doch aber so viel interessantes, z.B. Die Altstadt in Pristina." Wir waren schon ein wenig beschĂ€mt...

VORDERACHSE
Von Kosovo nach Montenegro und dann weiter wieder nach Bosnien und Herzogewina. Dort begann ein gewisses "rappeln" an der Vorderachse unserer heiligen Kuh, wenn wir sie sehr stark abbremsten.
Das verschlimmerte sich deutlich. Eine Kontrolle zeigte, dass die Manschette einer Gelenkwelle gerissen war.
Nach einer provisorischen Reparatur mittels "nachfetten", dann doch austauschen von Gelenk und Manschette, wurde es einfach nicht besser. Das Rappeln wurde extrem.
In Knin, höhenmĂ€ĂŸig ca. Mittelkroatien, fanden wir eine sehr gut ausgerĂŒstete Werkstatt mit einem ebenso gut deutsch sprechenden Besitzer.
Mit ihm grenzte ich “das Rappeln” in der Gegend des Vorderachsgetriebes (FĂŒr “Nichteingeweihte”: unsere heilige Kuh hat Allradantrieb und somit 2 Getriebe. FĂŒr jede Achse eines) ein. Ob nun im Getriebe selbst, der GetriebeaufhĂ€ngung oder der Kardanwelle, das festzustellen, beschloss ich mir fĂŒr zuhause aufzusparen:
Wir demontierten die vorderen Antriebswellen. Gemeinsam mit unserem abgeschalteten “Zentralantrieb”, ein Zubehör mittels dem wir auch das Hinterradgetriebe von der Kardanwelle trennen konnten, war somit alles was da nur irgendwie “Rappeln” konnte “totgelegt”.

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Seit dieser Amputation waren wir froh, mit 2 verschiedenen Navis unterwegs zu sein. Konnten wir doch eines weiter als solches benutzen und das andere als digitalen Tachometer. Das totgelegte Vorderachsgetriebe treibt normalerweise auch die Tachowelle an...

Mit Probefahrt, langen Diskussionen, und dann erfolgtem Reparatur-Zeitaufwand wurden 30 Euro (!) vom Chef der Werkstatt fĂŒr alles verlangt...
Schaut einmal im Internet, wo Knin liegt.
Der Besitzer erzĂ€hlte uns viel ĂŒber die Verteilung der Einkommen in Kroatien: "Es gibt keinen Transfer". Damit beklagte er den Transfer der enormen Einnahmen im SpeckgĂŒrtel, dem an der kroatischen KĂŒste mit dem extremen Tourismus, wovon offensichtlich zu wenig im Rest des Landes ankommt.

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Seine Vorstellung, der offensichtlichen Chancenlosigkeit in seiner Situation zu entgehen war, seine Werkstatt dort aufzugeben um eine Arbeit in Deutschland aufzunehmen. Trotz gutgehender Werkstatt.
Ich empfand seine Werkstatt als nahezu perfekt ausgerĂŒstet und den Kundenandrang zufriedenstellend, offensichtlich war aber die Zahlmoral unzureichend...

WASSER
Ein anderes Problem stresst uns schon seit Albanien:
Wir haben Wasser im Dieselleitungssystem!
Ein Mal startete der Motor unserer heiligen Kuh nach dem Parken in der total heißen Hauptstraße einer Stadt einfach nicht mehr, ein anderes Mal “ruckelte es” bei grĂ¶ĂŸerer Belastung.
Da wir im Vorlauf der Dieselleitung zum Filter ein zusĂ€tzliches Sieb im durchsichtigen GlasbehĂ€lter montiert haben, sind wir immer einigermaßen rechtzeitig (dieser Filter ist bei jedem Blick in den Kofferraum im Blickfeld) informiert.

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Somit wurde der ca. jeden 4. Tag vom Wasser befreit.
Irgendwann fiel mir dann aber doch noch eine alte Diskussion in unserem Syncroforum mit seiner Lösung ein: Der EntlĂŒftungsschlauch des Tankes endet mit seiner Öffnung nach unten hinter einer Abdeckung neben dem EinfĂŒllstutzen. Schmutz verhinderte nach 27 Jahren dann doch, dass Regenwasser durch zufĂ€llige Ritzen abfloß. Somit fand das Wasser nur noch den Weg ĂŒber diesen Schlauch in den Tank. Abhilfe schaffte ich, indem ich mit dem Körner ein krĂ€ftiges Ablassloch in das entsprechende Blech schlug.

BOSNIEN UND HERZOGEWINA

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Lebensmittel einkaufen erzeugt hier keinen Stress, wenn man unseren Umtauschkurs zugrunde legen kann wie wir, die wir ja “den Euro haben”.
Die obigen Preise (meist Kilopreise) können wir halbieren!
Das bedeutet eben die “Konvertible Mark” hier fĂŒr uns.

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Dieser Radrennfahrer in der fernen Republik Srpska ĂŒberraschte uns: Er ist Besitzer eines VW T3 Syncro mit Westfalia-Campingeinrichtung.
Er war Ă€ußerst gut ĂŒber die gesamte T3 Szene informiert und richtig Stolz, solch einen Exoten zu besitzen.

SLOWENIEN
Auf der RĂŒckreise durch Slowenien bestĂ€tigte sich unser Eindruck der Anreise: Ordentlich, anstĂ€ndig und akkurat (?). Das wohl sauberste Land Mitteleuropas.
Jetzt, beim Herbstbeginn, trauen sich offensichtlich nicht einmal die BÀume ihre BlÀtter abzuwerfen, bevor der nÀchste Reinigungsdienst erscheint...

ITALIEN
GASPEDAL
Cirka 397600 Km, das war kurz vor dem jetzigen Kilometerstand unserer heiligen Kuh, hielt die Klemmschraube am Gasseil unter dem Gaspedal.
Hier in SĂŒdtirol, natĂŒrlich in einer Gegend, wo wir einfach nicht von den schnellen Hauptstraßen auf weniger befahrene, ruhige, ausweichen konnten, löste diese Schraube den Vertrag mit der sprichwörtlichen VolkswagenzuverlĂ€ssigkeit auf! Statt der ca. 5 Zentimeter verringerte sich der Weg, den ich das Gaspedal herunterdrĂŒcken konnte immer mehr in Richtung Null.
Wir erreichten doch noch einen uns bekannten, angenehmen Campingplatz, auf dem wir uns eine "Schraubereimöglichkeit" ohne Probleme vorstellen konnten.
In den "ordentlicheren" Ecken unseres Planeten kann man schließlich nicht mehr so einfach unter sein Auto krauchen. "DafĂŒr ist doch die Werkstatt da...". ADAC, Abschleppdienst u.s.w..
Nach grĂŒndlicher Kontrolle der "Gasgebemechanik" reichte ein krĂ€ftiges Nachziehen der Befestigungsschraube am Gaspedal- wir fahren wahrscheinlich noch einmal ca. 400000 Km sorglos damit herum.

PLATTER
Technische Probleme begleiteten uns zuverlÀssig.
Vom Campingplatz in Glurns, der kleinsten Stadt in SĂŒdtirol gehen etliche schöne Radwege in viele interessante Richtungen. Als Reiseabschluss hatten wir hier schon lange ausgiebige Fahrradfahrten eingplant. 3 Km weit kamen wir dann gleich bei der ersten: Pffffft, das war das Hinterrad...

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Jetzt wissen wir, dass wir fĂŒr den nĂ€chsten Pannenfall doch wieder diesen Reparaturschaum bei unserem Discounter nachkaufen werden.
Wir hatten zwar immer einen Reserveschlauch, Flickzeug und Pumpe dabei, wollten doch aber endlich wissen, ob diese Spraygeschichte nur Ballast, oder aber doch brauchbar ist.

CAMPINGPLATZRATSCH
CampingplĂ€tze, die sehen wir mittlerweile manchmal auch in "einem anderen Licht" wie in frĂŒheren Jahren.
Ist ja immer eine Momentaufnahme.
Wir standen da aber dieses Mal doch einmal in Mazedonien eine (fĂŒr uns) sensationell lange Zeit von 4 Tagen hintereinander auf ein und demselben. HĂ€tte auch lĂ€nger gehen können!
Auf niederbayerisch klingt der Grund so:
Wir "ratschten" (OTN Originalton Niederbayerisch) mit fast allen CampinggÀsten dort intensiv, fast immer nur als Initiatoren.
Wir nahmen uns schon lange vor, diese ewig beobachteten GesprĂ€chslĂŒcken, vor allem mit Eignern völlig anderer ReisegefĂ€hrte, aber auch anderer Alters- Einkommens- oder Einstellungsgruppen zu fĂŒllen.
Endlich, nachdem wir im Jahre 1971 mit dem ganzen "Reisemobilismus" begannen, wurde es jetzt vielleicht höchste Zeit, all zu große “Kommunikationsscheu” zu ĂŒberwinden. Bleibt doch sonst so viel Interessantes ungefragt und somit auch unbeantwortet.
Als GesprÀchs(Ratsch-)partner meine ich hier hauptsÀchlich Landsfrauen und -mÀnner!
Wir hĂ€tten es eigentlich schon lange wissen mĂŒĂŸen: Zu fast 100% rannten wir somit offene TĂŒren ein.

HEIMAT
Na ja, als wir dann am 27. Sptember in Murnau ĂŒber den Michaelimarkt liefen, waren wir irgendwie schon wieder “dahoam” (OTN).

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Wir ĂŒbernachteten auf dem Stellplatz am Bahnhof. Inclusiver toller “Ratschereien”...
Am nÀchsten Tag kamen wir aber doch noch zuhause an.
Es half alles nichts.....

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Ca. 11500 interessante Kilometer,
meint aus Niederbayern grĂŒĂŸend
RolandderÀltere
Zuletzt geÀndert von RolandderÀltere am 27.10.2016, 13:28, insgesamt 1-mal geÀndert.
der mit dem fussbodenbeheizten, hochschlĂ€ferbestĂŒckten, 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 73 seit 1971 mit VW Bulli bereisten LĂ€ndern.

indiana
Poster
BeitrÀge: 153
Registriert: 08.03.2012, 16:17
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Camping Spartanisch
Leistung: 57 PS
Motorkennbuchstabe: KY
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: MĂŒnchen

Re: Albanien und so... 3.Folge

Beitragvon indiana » 14.10.2016, 23:59

Sehr schöner Reisebericht!
Danke dafĂŒr!

Wir setzen am Sonntag auch unsere Tour fort von Split Richtung Deutschland. Umso interessanter war es jetzt deinen Bericht zu lesen.

GrĂŒĂŸe


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