Albanien und so... 3.Folge

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Rolandderältere
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Albanien und so... 3.Folge

Beitrag von Rolandderältere » 14.10.2016, 22:41

Hallo,

Weil es in den letzten Wochen wieder einmal ein wenig stressig wurde und wir meist bei unseren Rückreisen immer schneller, schreibe ich über

GRIECHENLAND
und den Rest dieser Fahrt doch schon wieder von zu hause in Niederbayern.

Die Einreiseformalität in Griechenland war ein äusserlicher Blick des Polizisten auf unsere Reisepässe und ein wortloser Wink, doch weiter zu fahren. So kamen wir dann wieder in die EU!

Auch hierher fuhren wir wieder mit einer Ungewissheit: Viele, BILDende Informationen zuhause zeugten oft von regelrechtem Hass gegen so manches, was da vor einiger Zeit (politisch) aus Deutschland kam.
Wie stehen "die Griechen" jetzt zu uns deutschen Touristen?
Für sämtliche "die Griechen", denen wir während der 4 Wochen Aufenthalt begegneten, wäre es eine Beleidigung, wenn man ihnen anderes als Gastfreundschaft nachsagen würde!
Es liegt bestimmt nicht nur an unserer Reiseart, dass man sich hier einzig willkommen geheißen fühlt.
Jeglicher Zweifel an griechischer Willkommenskultur uns germanischen Touristen gegenüber stellte sich für uns als falsch
heraus.

Gleich hinter der Grenze in Griechenland war dann schon vieles anders für mobil Reisende: Es gab auf einmal Stellplätze mit Schatten. Satt! Wir fuhren bald wieder durch Wälder und Olivenplantagen.
Eine attraktive Einrichtung hat offensichtlich Tradition: Grill- und sonstige Feierplätze laden auch ohne zu feiern ein: “Freies Stehen” ohne jeglichen Stress. Ebenso angenehm empfanden wir wieder die vielen gepflegten Quellen. Leider ist es nicht mehr überall selbstverständlich, Quellwasser dort vorzuhalten, wo es von der Natur her möglich ist.

Klimatisch können wir in kurzer Zeit von der tropischen Küste rauf in die kühleren Berge auf Höhen gelangen, in denen im Winter Ski gefahren wird. Toll. Toll für uns.
Unsere Griechenlandkarte wies diese Skigebiete aus, so hatten wir immer ein sicheres “Hochkommen”.

Wohn- oder Reisemobilisten sind im “Innenland” nicht all zu reichlich. Wenn wir gezielt Campingplatz oder Stellplatz in Strand- oder Altertümernähe anfuhren, aber natürlich auch in größeren Städten, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit deutsch sprechen, und zwar dort bei einem bekannten Diskounter. Dazu trifft man sich in vielen Ländern beim Lidl.
Woher wir das wohl wissen?

In Kreisen sogenannter „Individualtouristen“, „Overlander“ oder auch „Offroader" wird Griechenland vielleicht oft unterschätzt.
Die Art, sich z.B. "artgerecht mit einem T3 Syncro" fortzubewegen, kann man auch hier betreiben bis es das Fahrwerk, die Kondition, oder die Partnerin vernünftigerweise nicht mehr zulassen.
Fahrtechnisch kann man auch hier auf verschiedene Arten Grenzen überschreiten. Selbst mit unserem Garmin-Navi braucht man darin nur einfach "unbefestigte Straßen" akzeptieren, dann schafft man "einmal quer durch Griechenland" nicht annähernd in einer normalen deutschen Urlaubszeit.

Der Befehl für´s Navi "Unbefestigte Straßen ausgeschlossen" würde für uns bedeuten, eine Menge überhaupt nicht zu sehen. Wir geben diesen Befehl nur im Notfall.
In den kleinen Bergdörfern mußten die Wirte zum mittäglichen Geschäft oft die Stühle von der Straße in Richtung Taverne rücken, weil sie nur mit dem üblichen Verkehr rechneten, dann aber solch ein "dicker VW-Bus" da durch mußte.

Diese einfachen Dorf- oder Dorfverbindungsstraßen bieten aber auch für einen (mehr- oder weniger) “Geländewagen” ungeahnte Kriterien.
Dorfstraßen (oft mit griffig betonierter Fahrbahn) sind so manches Mal dermaßen nach Maß für die kleinen dort beheimateten Autos gebaut, dass man auch mit einem Syncro ins Schwitzen kommt.
Steigungen, die sich normalerweise von den geübten Anwohnern wirklich nur mit Schwung und fast leerem Fahrzeug meistern lassen, neben Engstellen, die wir gerade so mit dem kurzen Geländegang und schärfstem kurbeln schafften... Dabei ist die Technik unserer heiligen Kuh (für Nichteingeweihte: “Unsere heilige Kuh” ist seit 25,5 Jahren unser Reisemobil, ein selbstausgebauter VW Bus Typ 3 mit Allradantrieb) hier Top in Schuß!

Für die Nutzer von “Dickschiffen” gibt es aber schon lange Navis, mit denen man solche Routen vermeidet, indem man Länge, Breite, Höhe und Gesamtgewicht des eigenen Fahrzeugs eingeben kann, und welche diese schönen Engpässe dann eben "aussen vor lassen"...

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Hier hatten wir Glück:
Hauptsächlich landwirtschaftlich für den Gemüseanbau genutzte Gebiete sind nahezu überall im Balkan unordentlich, zugemüllt und unübersichtlich für Touristen.
Die Nebenstraßen bieten Hindernisse von hinterlassenen landwirtschaftlichen Nebenprodukten, kaputten und somit verlassenen Plastik- Transportkisten, oft kilometerlange Bewässerungsrohre, oder auch nur deren Reste in Stücken, und natürlich die Erdkrumen der Traktoren und anderen Fahrzeuge.
Solch eine Asphaltstraße fuhren wir hier, menschenleer: Drei Mal überfuhr ich schon langsam einen kleinen Erdwall, der diese überquerte, Spuren anderer Fahrzeuge hinterher. Unter dem 3. verschwand ein Wasserleitungsrohr, zu derem Schutz ich diesen Erdwall verstand. Danach war die Straße sauber.
Nachdem ich darauf dann wieder Gas gab, meinte die Iris: "Halt doch mal!"
Ich hielt genau an der Stelle, die das Foto zeigt und habe noch heute ein verdammt mulmiges Gefühl.

https://vimeo.com/180483248

Irgendein Warnschild war weit und breit nicht vorhanden.
Ich darf gar nicht daran denken, dass man hier ja nachts (mit LED-Fernlicht oder auch ohne) auch fahren darf...


Wir sahen uns auch animalischen Gefahren ausgesetzt.
Schon einmal ein Foto, damit Ihr eine Vorstellung bekommt, was für gepanzerte Angreifer einen hier so bedrohen:

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Diesem Horror sahen wir ca. 6 Mal "ins Auge"!

KÜHLWASSERSCHLAUCH
Vielleicht schon 27 Jahre alt war da so ein Kühlwasserschlauch unserer heiligen Kuh eines Tages. Da platzte ihm nicht der Kragen, sondern der Mantel.

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Dass die entsprechende Kontrolllampe dafür alarmierte war wichtig, wichtiger allerdings dann, dass ich nicht anderes gerade wichtiger fand, sondern den Motor sofort am Straßenrand stoppen konnte.

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Für die Reparatur mußte ein Stück Alurohr unserer Vorzeltstange den Riss innerhalb des Schlauches überbrücken, von außen dann Schlauchschellen, deren scharfe Ränder durch eine Mullbinde entschärft, das Ganze abdichten...
Damit fahren wir aktuell hier zuhause noch rum.

MAZEDONIEN
Albaner- Auswanderer, Flüchtlinge oder sich, wie auch immer nicht mehr in der Heimat befindliche Albaner stellen in den balkanischen Nachbarländern viel dar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Albaner

Wir lernten interessante Leute kennen.
Von denen lernten wir wiederum, dass sie in diesen Nachbarländern eigentlich die Motoren sind.
Sherif parkte neben uns vor dem Supermarkt in Bitola, unserem ersten Haltepunkt in Mazedonien. Er hat quasi ein Bein immer in Deutschland und ist total begeistert von vielem deutschen.
Er ließ es nicht zu, dass wir erst einkaufen gingen, ohne uns in die Cafeteria einzuladen und sehr intensiv über das “Albanertum weltweit” zu informieren. Sehr patriotisch. Wohl auch sehr stimmig.
Nach unserem Einkauf wurden wir gleich wieder auf deutsch angesprochen. Dass da außen an unserem Auto eine Tüte hängen sollte, konnten wir eigentlich nicht glauben, fanden dann aber doch die Einkaufstüte mit einem extrem guten Rotwein und der Visitenkarte von Sherif...

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Beobachtet haben wir allerdings selbst, dass dort vor allen möglichen funktionierenden Betrieben, aber auch schönen Villen, die albanische Flagge gehisst war.

Zwei Mal fragten wir an Tankstellen, ob wir auf deren Gelände nächtigen dürften. Neben der abendlichen Frage, ob wir noch Wasser oder anderes bräuchten, beschenkte das eine Mal der Besitzer der Tankstelle mit anschließendem Hotel am nächsten Morgen die Iris noch mit allen möglichen Werbegeschenken und Komplimenten ob unserer Reiseart.
Wenn ich daran denke, dass bei uns zuhause Hotel- und Campingplatzbesitzer auch schon Spaxschrauben mittels Akkuschrauber in die Reifen von in der Nähe parkenden Wohnmobilen geschraubt hatten...

UNFALL
Es begann kräftig zu regnen. Hier auf der Küstenstraße am Ohridsee war es noch recht schmierig, in unserer Linkskurve hatte ein entgegenkommender PKW, wohl nicht ausreichend profiliert, die Bodenhaftung verloren und kam durch seinen Ausrutscher hinter uns im rechten Straßengraben zum Stehen.

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Klar, es war ein absolutes Sakrileg unsere heilige Kuh körperlich anzugreifen. Da sollen aber andere drüber urteilen...
Für uns bedeutete der erste Stress, wie werden wir diesen Fall hier im fernen Ausland abwickeln können?
Gibt es jetzt einen Streit um die Schuldfrage?
Da unsere ADAC- Empfehlungen für solch einen Fall (wir hatten ja erst einmal einen sichtbaren Sachschaden) deutlich sagen, man müße unbedingt ein Polizeiprotokoll erringen, um an der Grenze nachweisen zu können, dass der Schaden am eigenen Fahrzeug nicht von einer, unserer eigenen, Unfallflucht zeugt.
Wir können hier zwar versuchen, die Polizei anzurufen, sollten wir gerade "Netzverbindung" haben. Dass wir uns dann aber auch wirklich verständlich machen können, ist recht unwahrscheinlich, wegen mangelnder Fremdsprachenkenntnisse auf beiden Seiten.
Kein Wunder, dass die Empfehlungen des ADAC darin enden, den eigenen Vollkaskounfallschutz vor der Reise zu überprüfen.
Hier:
Der "Unfallgegner" sprach recht gut Englisch.
Seine Hauptsorge war, dass wir keine Polizei hinzuziehen mögen: "Die bestrafen mich dann auf jeden Fall".
Ist oft wohl auch bei uns hier nicht anders. Das "Wie" kann aber wohl schon Unterschiede aufweisen...
Er bot mir Geld an.
Nachdem sich mein persönlicher Adrenalinspiegel dann doch abgesenkt hatte, überblickte ich den persönlichen Aufwand, den Schaden zu relativieren. Wir zogen ohne Geld weiter...
Ein paar Stunden hat die Reparatur dann auf dem Campingplatz am Ohridsee doch noch gedauert, einschließlich der Suche nach der Thunfischdose für meine Radkappensicherung.

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OHRIDSEE,
an seinem mazedonischen Ufer (nein, auch jetzt bringe ich aus Prinzip keine Geodaten) sei ein ganz toller Campingplatz mit einer ganz tollen Stimmung und supergünstig...
Seit wir dann in der Nähe waren, fuhren wir jeden Hinweis auf Campingplätze nach und erfuhren wieder interessantes:

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In den meisten Orten, bei denen in unserer Landkarte Symbole auf Campingplätze hinwiesen, fanden wir riesige, meist von Sicherheitspersonal bewachte, Plätze mit Parzellen die überwiegend obigen Eindruck hinterließen. Unattraktiv für uns.
Wir ließen uns erklären, dass dies noch Überbleibsel aus der “Jugoslawienära” seien. Sie waren aber immer noch in Betrieb!
Es gibt aber doch schon bessere:

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Wir fanden hier einen, der uns absolut die erwartete Athmosphäre bot.
Eine einfache Pizza im Restaurant dort für € 10,00 fanden wir zwar schon in der Nähe von N... bei den dortigen lokalen Preisen, dafür war der Stellplatzpreis von ebenfalls € 10,00 akzeptabel...

SKOPJE
Auf obigem Campingplatz machte uns ein “Oftindenbalkanfahrender” Tourist auf Skopje aufmerksam.
Er empfand hauptsächlich Monumentalbauten- und Skulpturen besonders beachtenswert. Vor allem aber die Akzeptanz, die die offensichtlich in Teilen der Bevölkerung genießen:

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KOSOVO
Die Entscheidung, unsere Rückreise von Mazedonien über den Kosovo zu führen, trafen wir erst kurz vor der Grenze.
Hatten wir doch von anderen Touristen nichts wesentliches über das Bereisen dieses Landes in Erfahrung bringen können, jedoch bei der Reisevorbereitung wieder einmal die Informationen des Auswärtigen Amtes zur Sicherheit abgefragt: Eine Ermunterung, dieses Land touristisch zu bereisen, klingt anders:

https://www.auswaertiges-amt.de/sid_55A ... 8bodyText1

Das soll uns so nie wieder passieren!
Wir fuhren innerhalb (zu-) weniger Stunden durch einen Teil dieses Landes, weil wir uns dafür doch einfach zu wenig Zeit übrig gelassen hatten.
In wesentlichen Teilen haben wir uns glücklicherweise für untergeordnete Straßen entschlossen. Wir fuhren nicht unbedingt überall "durch die Hinterhöfe", doch aber wieder meistens durch die Normalität.
Auch bei kürzestem aussteigen, aber immer mit dem eigenen, fremdländischen, Fahrzeug identifiziert, lernt man eine Stimmung, die der eigenen Herkunft gegenüber, kennen: Man freute sich ausserordentlich über unsere interessierte Anwesenheit!

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Den buchstäblichen Abschluß brachte dann aber der Grenzbeamte, der aus unseren Reisepässen herauslas, dass wir, als offensichtlich Touristen, ja nur ein paar wenige Stunden in seinem Land reisten. Mit leisem Bedauern sagte er zu uns: "Sie sind ja nur im Transit hier durchgereist- wir haben doch aber so viel interessantes, z.B. Die Altstadt in Pristina." Wir waren schon ein wenig beschämt...

VORDERACHSE
Von Kosovo nach Montenegro und dann weiter wieder nach Bosnien und Herzogewina. Dort begann ein gewisses "rappeln" an der Vorderachse unserer heiligen Kuh, wenn wir sie sehr stark abbremsten.
Das verschlimmerte sich deutlich. Eine Kontrolle zeigte, dass die Manschette einer Gelenkwelle gerissen war.
Nach einer provisorischen Reparatur mittels "nachfetten", dann doch austauschen von Gelenk und Manschette, wurde es einfach nicht besser. Das Rappeln wurde extrem.
In Knin, höhenmäßig ca. Mittelkroatien, fanden wir eine sehr gut ausgerüstete Werkstatt mit einem ebenso gut deutsch sprechenden Besitzer.
Mit ihm grenzte ich “das Rappeln” in der Gegend des Vorderachsgetriebes (Für “Nichteingeweihte”: unsere heilige Kuh hat Allradantrieb und somit 2 Getriebe. Für jede Achse eines) ein. Ob nun im Getriebe selbst, der Getriebeaufhängung oder der Kardanwelle, das festzustellen, beschloss ich mir für zuhause aufzusparen:
Wir demontierten die vorderen Antriebswellen. Gemeinsam mit unserem abgeschalteten “Zentralantrieb”, ein Zubehör mittels dem wir auch das Hinterradgetriebe von der Kardanwelle trennen konnten, war somit alles was da nur irgendwie “Rappeln” konnte “totgelegt”.

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Seit dieser Amputation waren wir froh, mit 2 verschiedenen Navis unterwegs zu sein. Konnten wir doch eines weiter als solches benutzen und das andere als digitalen Tachometer. Das totgelegte Vorderachsgetriebe treibt normalerweise auch die Tachowelle an...

Mit Probefahrt, langen Diskussionen, und dann erfolgtem Reparatur-Zeitaufwand wurden 30 Euro (!) vom Chef der Werkstatt für alles verlangt...
Schaut einmal im Internet, wo Knin liegt.
Der Besitzer erzählte uns viel über die Verteilung der Einkommen in Kroatien: "Es gibt keinen Transfer". Damit beklagte er den Transfer der enormen Einnahmen im Speckgürtel, dem an der kroatischen Küste mit dem extremen Tourismus, wovon offensichtlich zu wenig im Rest des Landes ankommt.

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Seine Vorstellung, der offensichtlichen Chancenlosigkeit in seiner Situation zu entgehen war, seine Werkstatt dort aufzugeben um eine Arbeit in Deutschland aufzunehmen. Trotz gutgehender Werkstatt.
Ich empfand seine Werkstatt als nahezu perfekt ausgerüstet und den Kundenandrang zufriedenstellend, offensichtlich war aber die Zahlmoral unzureichend...

WASSER
Ein anderes Problem stresst uns schon seit Albanien:
Wir haben Wasser im Dieselleitungssystem!
Ein Mal startete der Motor unserer heiligen Kuh nach dem Parken in der total heißen Hauptstraße einer Stadt einfach nicht mehr, ein anderes Mal “ruckelte es” bei größerer Belastung.
Da wir im Vorlauf der Dieselleitung zum Filter ein zusätzliches Sieb im durchsichtigen Glasbehälter montiert haben, sind wir immer einigermaßen rechtzeitig (dieser Filter ist bei jedem Blick in den Kofferraum im Blickfeld) informiert.

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Somit wurde der ca. jeden 4. Tag vom Wasser befreit.
Irgendwann fiel mir dann aber doch noch eine alte Diskussion in unserem Syncroforum mit seiner Lösung ein: Der Entlüftungsschlauch des Tankes endet mit seiner Öffnung nach unten hinter einer Abdeckung neben dem Einfüllstutzen. Schmutz verhinderte nach 27 Jahren dann doch, dass Regenwasser durch zufällige Ritzen abfloß. Somit fand das Wasser nur noch den Weg über diesen Schlauch in den Tank. Abhilfe schaffte ich, indem ich mit dem Körner ein kräftiges Ablassloch in das entsprechende Blech schlug.

BOSNIEN UND HERZOGEWINA

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Lebensmittel einkaufen erzeugt hier keinen Stress, wenn man unseren Umtauschkurs zugrunde legen kann wie wir, die wir ja “den Euro haben”.
Die obigen Preise (meist Kilopreise) können wir halbieren!
Das bedeutet eben die “Konvertible Mark” hier für uns.

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Dieser Radrennfahrer in der fernen Republik Srpska überraschte uns: Er ist Besitzer eines VW T3 Syncro mit Westfalia-Campingeinrichtung.
Er war äußerst gut über die gesamte T3 Szene informiert und richtig Stolz, solch einen Exoten zu besitzen.

SLOWENIEN
Auf der Rückreise durch Slowenien bestätigte sich unser Eindruck der Anreise: Ordentlich, anständig und akkurat (?). Das wohl sauberste Land Mitteleuropas.
Jetzt, beim Herbstbeginn, trauen sich offensichtlich nicht einmal die Bäume ihre Blätter abzuwerfen, bevor der nächste Reinigungsdienst erscheint...

ITALIEN
GASPEDAL
Cirka 397600 Km, das war kurz vor dem jetzigen Kilometerstand unserer heiligen Kuh, hielt die Klemmschraube am Gasseil unter dem Gaspedal.
Hier in Südtirol, natürlich in einer Gegend, wo wir einfach nicht von den schnellen Hauptstraßen auf weniger befahrene, ruhige, ausweichen konnten, löste diese Schraube den Vertrag mit der sprichwörtlichen Volkswagenzuverlässigkeit auf! Statt der ca. 5 Zentimeter verringerte sich der Weg, den ich das Gaspedal herunterdrücken konnte immer mehr in Richtung Null.
Wir erreichten doch noch einen uns bekannten, angenehmen Campingplatz, auf dem wir uns eine "Schraubereimöglichkeit" ohne Probleme vorstellen konnten.
In den "ordentlicheren" Ecken unseres Planeten kann man schließlich nicht mehr so einfach unter sein Auto krauchen. "Dafür ist doch die Werkstatt da...". ADAC, Abschleppdienst u.s.w..
Nach gründlicher Kontrolle der "Gasgebemechanik" reichte ein kräftiges Nachziehen der Befestigungsschraube am Gaspedal- wir fahren wahrscheinlich noch einmal ca. 400000 Km sorglos damit herum.

PLATTER
Technische Probleme begleiteten uns zuverlässig.
Vom Campingplatz in Glurns, der kleinsten Stadt in Südtirol gehen etliche schöne Radwege in viele interessante Richtungen. Als Reiseabschluss hatten wir hier schon lange ausgiebige Fahrradfahrten eingplant. 3 Km weit kamen wir dann gleich bei der ersten: Pffffft, das war das Hinterrad...

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Jetzt wissen wir, dass wir für den nächsten Pannenfall doch wieder diesen Reparaturschaum bei unserem Discounter nachkaufen werden.
Wir hatten zwar immer einen Reserveschlauch, Flickzeug und Pumpe dabei, wollten doch aber endlich wissen, ob diese Spraygeschichte nur Ballast, oder aber doch brauchbar ist.

CAMPINGPLATZRATSCH
Campingplätze, die sehen wir mittlerweile manchmal auch in "einem anderen Licht" wie in früheren Jahren.
Ist ja immer eine Momentaufnahme.
Wir standen da aber dieses Mal doch einmal in Mazedonien eine (für uns) sensationell lange Zeit von 4 Tagen hintereinander auf ein und demselben. Hätte auch länger gehen können!
Auf niederbayerisch klingt der Grund so:
Wir "ratschten" (OTN Originalton Niederbayerisch) mit fast allen Campinggästen dort intensiv, fast immer nur als Initiatoren.
Wir nahmen uns schon lange vor, diese ewig beobachteten Gesprächslücken, vor allem mit Eignern völlig anderer Reisegefährte, aber auch anderer Alters- Einkommens- oder Einstellungsgruppen zu füllen.
Endlich, nachdem wir im Jahre 1971 mit dem ganzen "Reisemobilismus" begannen, wurde es jetzt vielleicht höchste Zeit, all zu große “Kommunikationsscheu” zu überwinden. Bleibt doch sonst so viel Interessantes ungefragt und somit auch unbeantwortet.
Als Gesprächs(Ratsch-)partner meine ich hier hauptsächlich Landsfrauen und -männer!
Wir hätten es eigentlich schon lange wissen müßen: Zu fast 100% rannten wir somit offene Türen ein.

HEIMAT
Na ja, als wir dann am 27. Sptember in Murnau über den Michaelimarkt liefen, waren wir irgendwie schon wieder “dahoam” (OTN).

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Wir übernachteten auf dem Stellplatz am Bahnhof. Inclusiver toller “Ratschereien”...
Am nächsten Tag kamen wir aber doch noch zuhause an.
Es half alles nichts.....

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Ca. 11500 interessante Kilometer,
meint aus Niederbayern grüßend
Rolandderältere
Zuletzt geändert von Rolandderältere am 27.10.2016, 13:28, insgesamt 1-mal geändert.
der mit dem fussbodenbeheizten, hochschläferbestückten, 15" Syncro,
seiner heiligen Kuh,
und 74 seit 1971 mit VW Bulli bereisten Ländern.

indiana
Poster
Beiträge: 154
Registriert: 08.03.2012, 16:17
Modell: T3
Aufbauart/Ausstattung: Camping Spartanisch
Leistung: 57 PS
Motorkennbuchstabe: KY
Anzahl der Busse: 1
Wohnort: München

Re: Albanien und so... 3.Folge

Beitrag von indiana » 14.10.2016, 23:59

Sehr schöner Reisebericht!
Danke dafür!

Wir setzen am Sonntag auch unsere Tour fort von Split Richtung Deutschland. Umso interessanter war es jetzt deinen Bericht zu lesen.

Grüße

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