Verständnisfrage Pöl und DPF

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Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von Torchmonkey » 21.08.2012, 11:35

Moin,

ich habe da ein paar Fragen zum Thema Pöl und Partikelfilter. Ich fahre selber einen T4 mit ACV-Motor und Dieselpartikelfilter (OM-PMS 06). Krafstoffleitung, Dieselfilter, Kraftstoffpunpe, usw. sind alles "Serienstandard". Ich weiß, dass der Vorbesitzer dem Wagen teilweise Pöl in den Tank dazugab, als der DPF noch nicht eingebaut war. Bin mir nur unsicher, dass es nun noch problemlos geht. Fand leidern icht sehr viel zu dem Themenkomplex "Pöl und DPF".

Kann ich mit dem Setup, also trotz des Partikelfilters im Sommer ein Diesel-Pöl-Gemisch fahren? Wenn ja, bis zu welchem Prozentwert kann man Pöl beimischen?

Bin gespannt.
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von TottiP » 21.08.2012, 19:19

DPF hin oder her - um den würde ich mir am wenigsten Sorgen machen. Das Problem sind die hohen Drücke, die im TDI vor herschen. Da her werde ich Dir keine Empfehlung zu PÖL geben.

Bei den Vorkammermotoren geht im Sommer eigentlich immer bis zu 50% problemlos...
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von Torchmonkey » 21.08.2012, 23:10

TottiP hat geschrieben:Das Problem sind die hohen Drücke, die im TDI vor herschen. Da her werde ich Dir keine Empfehlung zu PÖL geben.
Doofe Frage vom Anfänger: Wieso sind die hohen Drücke im TDI bei Verwendung eines Diesel-Pöl-Gemisches problematisch?
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von aRne@kleinerSyncro » 22.08.2012, 07:21

Servus!

Sicher kann man den TDI auch mit PÖL betreiben, das ist an sich kein Problem. Die "hohen" Drücke auch kaum höher wie bei den Wirbelkammer Modellen. Problematisch ist lediglich der Kaltstart, da hier Pöl über die Zylinderwand in´s Motoröl gelangen kann. Dies geschieht i.d.R aber nur bei kalten Temperaturen, hätte da kein Problem mit 50% Beimischung im Sommer (bzw. würde ich auch meinen 1.9l mit 100% betreiben, da kenne ich auch schon einige Namhafte Leute die das seit Jahren ohne Probleme machen).
Mit dem DPF sollte es da auch keine Probleme geben. Aber hier fehlen mit die Erfahrungen. Frag mal besser im FMSO.de nach, die sind da recht fit was die ganze Sache mit PÖL und drum herum angeht.

Gruß Arne
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von TottiP » 22.08.2012, 08:28

Naja, mein Kraftstoff wird mit 180bar zerstäubt, beim TDI waren es doch was um die 950bar?!? Oder sollte ich mich da so arg täuschen?
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von Daniel83 » 23.08.2012, 20:47

Hi,

die 180 Bar sind ja nur der Düsenöffnungsdruck. Nach dem Öffnen steigt der Druck noch weiter. Wie hoch da der Spitzendruck ist weiß ich auch nicht. Höherer Druck führt zu besser Zerstäubung des Kraftstoffs bzw. des Pöls. Der Druck ist da nicht das Problem. Im Gegenteil, es wird ja empfohlen zum Pölen Düsen mit höherem Öffnungsdruck zu verwenden.
Die Verteilereinspritzpumpe von TDI und Wirbelkammerdiesel sind ja im Prinzip gleich. Das Problem ist das direkte Einspritzen in den Brennraum beim TDI. Das führt zumindest zu einem schlechten Kaltstartverhalten mit einer unvollständigen Verbrennung an den kalten Zylinderwänden und damit zu einem Eintrag von Pöl ins Motoröl. Die Kehrseite ist die Vermeidung vom Hitzetod des Zylinderkopfes aufgrund der fehlenden Wirbelkammern, denn beim WK Diesel wird in die WK eingespritzt, dort die Verbrennung gestartet, die sich dann über den Schußkanal in den eigentlichen Brennraum fortsetzt. In den Wirbelkammern entsteht aufgrund der kleinen spezifischen Oberfläche somit eine sehr hohe Temperatur, die den Start der Verbrennung begünstigt. Erst mit den steigenden Einspritzdrücken und der damit besseren Zersteubung und folgenden Verbrennung konnte die WK wegrationalisiert werden.

Bei den Pumpe- Düse und Common Rail TDI kommen noch Probleme mit der Einspritzanlage hinzu. Hier sind die Einspritzdrücke noch einmal erheblich gesteigert worden. (@ Totti: Ich glaube daher deine Aussage mit 950 bar. Das trifft auf die PD oder/und CR TDI´s zu.) Das Problem sind auch hier nicht die Drücke, sondern die engen Fertigungstoleranzen der Einspritzanlagen. Denen fehlt dann die notwendige Schmierung, vor allem bei kalten und damit höherviskosen PÖL.

Das ist zumindest mein Kenntnissstand.
Ich würde mich da auch mal im FMSO einlesen. Ich lasse es einfach, weil ich kein Bock auf Schrauben habe, wenn es sich vermeiden lässt.

Gruß Daniel
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von Henri » 23.08.2012, 21:04

Abend,

Probleme mit den Einspritzpumpen von TDI Motoren sind mir nicht bekannt, im Zweitanksystem laufen die doch hervorragend mit Pöl... Mit Pumpe-Düse und Common-Rail liegt der Einspritzdruck bei bis zu 2000 bar (also "kaum höher" halte ich für fraglich, sind immerhin mehr als 10 mal so viel?!), ideal für Pöl, da es viel feiner zerstäubt wird als in den alten WK-Motoren... Deshalb rüstet man ja auch um auf Düsen mit höherem DÖD. Das mit der Schmierung im Innenleben, davon habe ich noch nie gehört, mal abgesehen davon schmiert Pöl imho besser als Diesel, aber kann natürlich sein dass es mit der Viskosität evtl. gesteigerten Verschleiß gibt, da bin ich nicht ganz sicher.

Das Problem ist auf jeden Fall bei den TDIs, dass im Eintankbetrieb Pöl ins Öl gelangen kann bzw. das ziemlich wahrscheinlich ist, wurde ja von Daniel83 sehr gut beschrieben. Das ist eben der Vorteil von WK-Motoren :bier Aber mit einem Zweitanksystem kann ein TDI dafür ohne jegliche Modifikationen an der Einspritzanlage (Filterheizung braucht man natürlich trotzdem) problemlos mit Pöl betrieben werden.


Viele Grüße
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von Daniel83 » 23.08.2012, 22:06

Stimmt, 2000 bar habe ich auch schon gelesen.
Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen (mit PD und CR habe ich mich nicht weiter beschäftigt): Die Pumpen sind ja auch Kolbenpumpen. Um dann aber die hohen Drücke zu erzeugen müssen die Spaltverluste (also das zurückströmen des Kraftstoffs zwischen Kolben und Zylinder weiter minimiert werden. Dazu wird mit kleineren Toleranzen zwischen Kolben und Zylinder der Spalt verkleinert. Gleichzeit muss aber die Schmierung gewährleistet bleiben. Höherviskoses PÖL neigt dann eher dazu dieser Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Die Folge ist dann der Abriss des Schmierfilms mit kapitalem Pumpenschaden.

Im Gegenteil dazu sollen ja die alten Mercedespumpen, bei denen die Schmierung über den Ölkreislauf erfolgt völlig problemlos im PÖL- Betrieb sein.
Aber wie gesagt. Da gibt es Leute die da besser bescheid wissen.

@ Henri: Was für einen TDI pölst du denn? Verteilereinspritzpumpe nehme ich an?

Gruß Daniel
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Re: Verständnisfrage Pöl und DPF

Beitrag von Henri » 23.08.2012, 23:28

Mein Problem ist, ich weiß nicht ob nicht Pöl grundsätzlich, von gleicher Viskosität ausgegangen, besser schmiert als Diesel. Mein Eindruck ohne genaue Tests ist der, dass Pöl mehr einem Schmierstoff ähnelt als Diesel. Ohne das zu wissen, ist es schwierig eine Aussage zu treffen... Wenn die Mechanik ihr Sollspiel erreicht, ist sie ja auch gleichzeitig auf Betriebstemperatur und somit dürfte dass Pöl ziemlich dünnflüssig sein...

Ich habe unseren TDI (Pumpe-Düse) nicht auf Zweitank umgerüstet, daher habe ich keine wirklichen Langzeiterfahrungen, sondern nur bei längeren Strecken mal 20L Kanister getankt.. das lief soweit problemlos, Motor sah nachher auch gut aus (musste den überholen), die Einspritzanlage habe ich allerdings nicht untersucht. Hauptsächlich betreibe ich das an meinem 1,7er WK TD im Bulli. Ansonsten, was ich gehört habe (da ich wissen wollte wie ein V6 TDI mit Pöl so funktioniert), gibt es keine Probleme, bis auf den Pöleintrag ins Öl. Allerdings haben natürlich die wenigsten die Möglichkeit, wirklich aussagekräftige Tests durchzuführen.

Zur Eingangsfrage nochmal: Also meine Meinung ist, ein TDI ist für eine Zweitanklösung wie geschaffen. Soll der Aufwand vermieden werden, würde ich so bis 1/3 Pöl beimischen, 1/2 wäre mir beim Kaltstart etwas zu riskant bzw. dann würde ich die Ölwechselintervalle runtersetzen. Die sind ja bei den neueren Autos ohnehin länger, was zu Problemen beim Pölen führen kann. Die 7500 km vom T3 sind da ja weniger ein Problem.

Viele Grüße
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