Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

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wool
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Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von wool »

Hallo Forum,
Folgendes Problem tritt neuerdings an meinem Bulli auf:
Schlechtes Anspringen des Motors, mehrmaliges orgeln nötig, bis der Motor anspringt.
Wenn ich den Schlüssel drehe, dann gibt es eine Zündung und dann orgeln, für mein Verständnis fehlt Sprit.
Irgendwann springt er dann an.
Wenn ich den Motor dann ausschalte oder am Supermarkt einkaufe und dann wieder starte, springt der Motor sofort an. Versuche ich am nächsten Morgen, also nach ein paar Stunden zu starten, dann will er nicht.
Wie gesagt, für mein Verständnis hat es was mit der Spritversorgung zu tun. Mal das Schwimmernadelventil auf Verdacht tauschen? Gereinigt habe ich es schon mal, ohne Erfolg.
Wenn das Ventil nicht schließen würde, dann hätte ich massiv Benzin im Öl oder nicht?
Freue mich über Hinweise, wo ich suchen könnte.
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PHo
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von PHo »

Die Schwimmende verhindert doch eigentlich das Überlaufen bei zu viel Sprit im Vergaser, bei dir Schein eher die Spritleitung rückwärts ganz langsam leer zu laufen.
Gruß,
Peter

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ist der, dass sie den Erfindungsreichtum von absoluten Idioten unterschätzen.

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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von bernd68 »

Moin,

Du hast welche Benzinpumpe verbaut? Noch die original Pumpe? Die Membrane wird undicht....
Prinzipiell; kommt da noch genügend Benzin an?
Wie alt sind die Benzinleitungen? Die werden porös und dann kann das Benzin langsam auslaufen...

Ist der Vergaser noch dicht oder läuft da über die Zeit der Sprit raus und die Schwimmerkammer muss erst wieder gefüllt werden...

Je nach Gesamtzustand kommen mehrere der Punkte zusammen...


Grüße
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Atlantik90
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von Atlantik90 »

Du solltest erst mal beschreiben, wie du den kalten Motor zu starten versuchst.

Normal wäre bei wirklich kaltem Motor vor dem Start einmal (wirklich nur einmal) das Gaspedal ganz durchtreten, damit am Vergaser die sog. Startautomatik einrastet. Fuß vom Gas und Starter betätigen. Wenn der Motor dann läuft etwas Gas geben.

Die Bedienungsanleitung formuliert das ausführlicher so:
Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt oder bei noch warmem Molor treten sie bitte wahrend des Anlassens das Gaapedal langsam durch. Bel sehr warmem Motor Ist mit Vollgas zu starten - nicht "pumpen" !
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und bei kaltem Motor vor dem Anlassen das Gaspedal einmal ganz durchtreten und zurucknehmen, um die Startautomatik auszulößen. Dann Zündung elnschallen und sofort starten. Kuppeln Sie bitte aus, damit der Anlasser nur den Motor durchzudrehen braucht. Sobald der Motor läuft, lassan Sie bitte den Zündschlüssel los: Der Anlauar darf nicht mitlaufen.


Die Fahrer haben heute leider verlernt solche Motoren richtig zu starten.

Erst wenn Nutzerfehler ausgeschlossen sind, geht man an die Technik.
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von wool »

Danke für eure Beiträge.
Die Hinweise zum starten des Motors kenne ich und befolge ich. Das sollte es nicht sein.
Die Benzinleitungen, Benzinpumpe, Vergaserdichtungen sind in den letzten Jahren schon mal getauscht worden- sind also nicht uralt, aber auch nicht ganz neu. Ich kann nirgends Benzinaustritt sehen. Die mechanische Benzinpumpe ist ein Reproteil.
Dass sich die Benzinleitung langsam leert, wäre auch mein Verdacht. Ich werde mir mal einen kurzzeitig einen durchsichtigen Benzinfilter vor den Vergaser einbauen- dann sehe ich, ob da Benzin in der Leitung ist.
Aber eigentlich müsste doch die Schwimmerkammer voll mit Benzin sein und für den Start ausreichen oder nicht?
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von rsbadura »

Hallo,

die Repro-Pumpen haben keine Sperre bei Stilstand - (Tank liegt beim T2 über dem Vergaser) - sprich Sprit läuft weiter wenn Motor aus.
Wenn dann noch Deine Sschwimmerkammer nicht mehr richtig dicht macht, läut Benzin ggf. in die Brennräume.

Rieche auch mal am Ölpeilstab - wenn's bereits nach Benzin riecht, vorsichtig, die Schmierung und Öl ist bereits benzinverdünnt.
Dass kann erst wenig sein (muss ja auch an den Kobenringen vorbei) - bis katastrophal viel mit merklich gestiegenem Ölstand.
Dann heißt es auch Ölwechsel.

Ansonsten mit Repropumpe noch ein elektrisches Sperrventil für Sprit unter den Tank an Klemme 15 Zündplus.
Oder gutes Originalteil suchen.

Viel Erfolg & Grüße,
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von wool »

das wäre dann das Gegenteil- also zu viel Sprit.
Die Repropumpe fahre ich seid ein paar Jahren und da war das Problem bisher nicht vorhanden.
ich habe heute mal den Benzinschlauch vom Vergaser gelöst und in eine Schüssel "georgelt" --> da kommt ordentlich Benzin. Spräche ja auch für zu viel Sprit oder ein hängendes Schwimmernadelventil, was dann irgendwann doch öffnet?!
Nächste Nacht drücke ich die Benzinleitung mit einer Klemme zu, dann kann kein Sprit zurück- oder weiterlaufen. Vielleicht bringt das eine Erkenntnis
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Atlantik90
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von Atlantik90 »

Wenn ich den Schlüssel drehe, dann gibt es eine Zündung und dann orgeln, für mein Verständnis fehlt Sprit.
oder er säuft wegen Gaspedalbetätigung und damit Einspritzung über die Beschleunigerpumpe ab. Mit dem Orgeln wird dann der Sprit wieder rausgeblasen.
Ich hatte vor etwas über 40 Jahren auch einen T2 mit 1600cm³-Motor.
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von wool »

Die Benzinleitung zwischen Benzinpumpe und Vergaser hatte ich über Nacht mit einer Klemme abgeklemmt- keine Änderung. Da würde ich die Benzinpumpe erstmal ausschließen. Im Benzinfilter unter dem Tank ist Sprit zu erkennen, ein zurücklaufen/ leerlaufen der Leitung scheint es nicht zu sein.
Dann habe ich mit Startpilot in den Vergaser gesprüht und der Motor Start sofort.
Scheinbar fehlt Sprit. Hängendes Schwimmernadelventil oder kann das falsch eingestellt sein? Warum dann aber nur bei längerer Standzeit…
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von wool »

Ich habe das Oberteil des Vergasers nach einer Nacht Standzeit abgenommen und sehe eine komplett entleerte Schwimmerkammer.
KI schlägt hängendes Schwimmernadelventil, schwache Benzinpumpe, undichter Vergaser und Dampfblasenbildung vor.
Undichter Vergaser: zumindest nach außen nichts sichtbar.
Schwache Benzinpume: dann würde ich auch Probleme im Motorlauf erwarten.
Hängendes SNV: entweder offen: dann zu viel Sprit, wenn geschlossen hängend, dann wäre doch auch mal während der Fahrt irgendwann Ende.
Dampfblasenbildung: auch nach Kurzstrecke besteht das Problem, da war der Motor dann nicht heiß.

Was denkt ihr?
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von T2NJ »

Moin Wool,
die Schwimmerkammer läuft leer, wenn ein zu hohes Kraftstoffniveau erreicht wird. Das mag am Schwimmernadelventil liegen, was verklemmt oder undicht ist, oder aber der Schwimmer ist fehlerhaft. Habe alles schon erlebt, denn ich mache für gute Freunde und Forums-Kollegen auch in 34PICT3 Vergaser. Zudem habe ich in meiner Werkstatt einen Testaufbau zur Verfügung, wo ich ausgebaute Vergaser auf Herz und Nieren testen kann. Bei Bedarf bitte eine PN schicken, Hannover ist ja nicht so weit weg von Algermissen.

BTW: Im Nachbarforum wird gerade ein gut funktionierender Vergaser angeboten, der aus meinen Händen stammt.
Wäre das etwas für Dich?:
https://forum.bulli.org/viewtopic.php?p=333551#p333551
Freundliche Gruesse aus Algermissen
Norbert
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von Wolfsburg »

Jetzt ist die KI überfordert..... ;)
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von gambumbf »

Hallo in die Runde,

Das Problem kommt mir bekant vor. Bei mir waren es ~4 Tage Stillstand, bis wieder längeres Orgeln angesagt war.
Der Vergaser wurde wegen anderer Themen professionell komplett überholt. Danach war auch das Startthema gelöst. Die eigentliche Ursache ist unbekannt, aber es war der Vergaser und nicht die Pumpe.

Gruß
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von Atlantik90 »

T2 mit 50 PS 1600 cm³-Motor:
Ich würde da mal im Bereich der Beschleunigerpumpe oder der Schraube, mit der man sich Zugang zur Haupdüse verschafft, suchen. Das sind die tiefsten Stellen, an denen ein Leerlaufen der Schwimmerkammer verursacht werden kann durch Undichtigkeiten. Ein Schwitzen dort sieht man bei einem Benziner kaum, da der Kraftstoff sofort verfliegt.

Der CU ist da nicht voll vergleichbar.
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von gambumbf »

Atlantik90 hat geschrieben: 07.04.2026, 10:50 T2 mit 50 PS 1600 cm³-Motor:
...
Der CU ist da nicht voll vergleichbar.
Hallo Joachim,
Wer spricht hier vom CU? :lol:
Das sind die Erfahrungen mit dem hier, der CU hat leider derzeit das Nachsehen :-(
Deine Erklärung zur Undichtigkeit klingt für mich plausibel, Danke.
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Abfahrt vom Vitorog in Bosnien beim "Goldenen Oktober 2025"
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Re: Bulli springt schlecht an nach längerer Standzeit

Beitrag von Atlantik90 »

Bernd, ich hatte bei dir ins Profil geschaut aber nicht in die Signatur.
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